Buchs
Schock für Senioren: Mieter von 43 Alterswohnungen erhalten Kündigung

Keine Alternative in Sicht: Senioren aus dem Buchser Alterszentrum Suhrhard müssen wegen einer Sanierung bis Ende 2019 ausziehen.

Ueli Wild
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So wird das Alterszentrum Suhrhard nach der Erweiterung aussehen.

So wird das Alterszentrum Suhrhard nach der Erweiterung aussehen.

zvg

Die 43 Alterswohnungen neben dem Alterszentrum Suhrhard (AZS) in Buchs sind in die Jahre gekommen. Die Alterssiedlung soll deshalb 2019–2021 umfassend saniert werden. Das hat die Alterszentrum Suhrhard AG der Mieterschaft vor wenigen Tagen im Rahmen einer Orientierungsveranstaltung sowie auch schriftlich mitgeteilt. Aufgrund des Umfangs der Sanierungsarbeiten könnten die bestehenden Mietverhältnisse nicht weitergeführt werden, heisst es in dem von Monika Fehlmann und Hans Peter Fricker, der Präsidentin und dem Vizepräsidenten des Verwaltungsrates, unterzeichneten Schreiben. Und: «Wir künden Ihnen hiermit an, dass Ihr Mietverhältnis per Ende Juni 2019 aufgelöst wird.»

Aus dem Umfeld der Betroffenen wird Kritik laut. «Es kann doch nicht sein, dass eine Alterszentrum AG so mit betagten Leuten umgeht», heisst es in einer Zuschrift an die az. Konkret beanstandet wird, dass in dem «emotionslosen» Schreiben «keine einzige alternative Wohnmöglichkeit aufgezeigt» werde. «Es gibt keine Bemühungen, wenigstens einem Teil der Leute ein Provisorium für die Übergangszeit anzubieten.» Auch werde nicht konkret auf eine Person, eine Telefonnummer oder irgendeine Stelle verwiesen, an die man sich wenden könne. In dem Schreiben an die Betroffenen steht lediglich: «Alle Mieterinnen und Mieter erhalten bei Bedarf Unterstützung durch das AZS bei der Suche nach einer Anschlusswohnung.»

Auf Anfrage der az bestätigt Verwaltungsratspräsidentin Monika Fehlmann, dass man individuell Hilfe zu leisten bereit sei. Der Verwaltungsrat habe Verständnis für die Ängste der Betroffenen. Konkret sei angeboten worden, dass die Geschäftsführerin, Ursula Baumann, ab Herbst 2017 mit jeder Mieterin und jedem Mieter die Situation analysieren und den Hilfebedarf abklären werde. Fehlmann lässt auch durchblicken, dass man nicht unter Zeitdruck stehe: «Die Kündigung der Wohnungen ist auf Ende 2019 vorgesehen. Die Mieterinnen und Mieter können zweieinhalb Jahre in den Wohnungen bleiben.»

Keine Landreserven für Provisorium

Die Möglichkeit von Provisorien, erklärt Monika Fehlmann, habe man abgeklärt. Ein Umbau in Etappen mit einem Verbleib eines Teils der Mieter im jetzigen Bau sei «aufgrund der Veränderung der Raumverhältnisse im Rahmen dieser Sanierung» aber nicht möglich. Mit dem Abschluss der Erweiterung und Gesamtsanierung des Pflegeheims Suhrhard Mitte 2017 werden die Provisorien auf dem Spittelareal frei, doch kommen diese nicht als Übergangslösung für die Mieter der Alterswohnungen infrage. Zum einen besteht nach Angaben der VR-Präsidentin für sie keine Baubewilligung über 2018 hinaus. Zum andern enthalten sie Einzelzimmer und keine Wohnungen. Sprich: «Sie eignen sich nicht für die Benutzung durch die heutigen Mieterinnen und Mieter.» Und über Landreserven für ein Provisorium von 43 Wohnungen, so Monika Fehlmann, verfüge die Altersheim Suhrhard AG nicht.

Klar ist: In rund vier Jahren, wenn die neuen Wohnungen bezogen werden können, sollen die bisherigen Mieter bei der Vergabe bevorzugt berücksichtigt werden. Die neuen Verträge werden, wie Fehlmann deutlich macht, auch ein Pflichtangebot an Dienstleistungen wie Essen, Reinigung, Wäscheservice und Betreuung beinhalten.

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