Aarau
Schlusssprint für die Alte Reithalle: Gibt es den nötigen Kredit?

Am 10.10.2020 soll die Alte Reithalle als kulturelles Mehrspartenhaus wieder eröffnet werden. Stadt und Trägerschaft weibeln um ein Ja für den nötigen Kredit.

Nadja Rohner
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Von links: Sebastian Busse (Projektleiter Stadtbauamt), Peter Jakob Kelting (Leiter Theater Tuchlaube), Melanie Morgenegg (Leiterin städtische Kulturstelle), Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker und Stadtrat Daniel Siegenthaler.

Von links: Sebastian Busse (Projektleiter Stadtbauamt), Peter Jakob Kelting (Leiter Theater Tuchlaube), Melanie Morgenegg (Leiterin städtische Kulturstelle), Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker und Stadtrat Daniel Siegenthaler.

Die Schlacht ist noch nicht geschlagen: Noch ein letztes Mal vor der Abstimmung über die Zukunft der Alten Reithalle – respektive einen Kredit für den Umbau – lud die Stadt zu einem Pressetermin. Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker betonte erneut, dass es sich um «ein wichtiges Projekt, eines der grössten der letzten Jahre», handle.

Und um den «Startschuss» für die Neuentwicklung des künftig zivil zu nutzenden Kasernenareals. Diese werde durch das Reithallen-Projekt keineswegs «negativ tangiert». Stadtrat Daniel Siegenthaler betonte die «Einzigartigkeit» des Projekts: Die Halle besteche erstens durch ihre einzigartige Ambiance, die jeden gefangen nehme; zweitens durch ihre zentrale Lage und drittens durch das geplante künftige Betriebskonzept als Mehrspartenhaus für Theater, klassische Musik, Tanz und modernen Zirkus. «In jeder dieser Sparten haben wir im Kanton Aargau eine Tradition, auf der wir aufbauen können.» Und er zitierte Tuchlaube-Leiter Peter Jakob Kelting, der die Alte Reithalle «Haus der Vielfalt» nenne.

Die «Alte Reithalle» hat als Ort für kulturelle Veranstaltungen – hier ein Auftritt des Kammerchors C21 einen grossen Charme – jetzt soll sie saniert werden.

Die «Alte Reithalle» hat als Ort für kulturelle Veranstaltungen – hier ein Auftritt des Kammerchors C21 einen grossen Charme – jetzt soll sie saniert werden.

ZVG C21

Sebastian Busse, Projektleiter beim Stadtbauamt, erläuterte nochmals die wichtigsten baulichen Massnahmen: Den Schallschutz («Die Kirchenglocken hört man lauter als die Instrumente des Argovia Philharmonic»), die energetische Sanierung der Gebäudehülle und Massnahmen, um das Tragwerk zu stärken.

Ausserdem teilte die Stadt mit, dass sie «die erfreuliche Mitteilung erhalten hat, dass der Beitrag von privaten Sponsoren an die Investitionskosten aktuell über 4,5 Mio. Franken beträgt». Damit ergebe sich neu eine Totalsumme der von Dritten zur Verfügung gestellten Beiträge (Kanton Aargau, Aargauische Kantonalbank und weitere Private) von 12,235 Mio. Franken.

«In der Abstimmungsbotschaft, Stand 18. Mai 2018, waren anfänglich Beiträge in der Höhe von 11,4 Mio. Franken zugesichert. Die Finanzierung der Alten Reithalle ist damit auf gutem Kurs. Bis zum Baubeginn sollen Investitionsbeiträge von privaten Sponsoren in der Höhe von insgesamt 5 Mio. Franken vorliegen. Der voraussichtliche Anteil der Stadt Aarau an die Investitionskosten beträgt 7,725 Mio. Franken.

Ein Nullsummenspiel

Sowohl Hilfiker als auch Siegenthaler betonten, punkto Betriebskosten ergebe sich für die Stadt ein «Nullsummenspiel». Und Hilfiker nutzte die Gelegenheit, noch einmal zu sagen: «Die Nutzung des Kultur- und Kongresshauses wird nicht unter der Alten Reithalle leiden. Es kann dann vermehrt für Kongresse und Seminare eingesetzt werden, in diesem Segment hat es seine Stärken.»

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