Biberstein
Schlossladen baut Angebot und Öffnungszeiten aus

Wer in Biberstein Lebensmittel einkaufen will, musste sich an die beschränkten Öffnungszeiten des Schlossladens halten. Die Grossverteiler wollten keinen Dorfladen führen, doch jetzt helfen sich Dorf und Stiftung selber.

Katja Schlegel
Drucken
Seit zehn Jahren leitet Irène Fasolin den Schlossladen. Sie freut sich auf die Veränderungen.Chris Iseli

Seit zehn Jahren leitet Irène Fasolin den Schlossladen. Sie freut sich auf die Veränderungen.Chris Iseli

In den Vierzigerjahren noch soll es drei Dorfläden gegeben haben. Der letzte, der im Untergeschoss des Restaurants Rebstube, schloss vor der Jahrtausendwende. Zwar gibt es immer noch den Schlossladen der Stiftung Schloss Biberstein, wo nebst den Handwerksprodukten der Bewohner auch Brot und Gemüse, Früchte und Fleisch verkauft werden.

Der Gemeinderat will die Liegenschaft Dorfstrasse 10 (links neben demSchlossladen) an die Stiftung verkaufen.Chris Iseli

Der Gemeinderat will die Liegenschaft Dorfstrasse 10 (links neben demSchlossladen) an die Stiftung verkaufen.Chris Iseli

Jetzt ist eine Lösung gefunden, die dem Dorf und der Stiftung hilft: Die Stiftung will ihren Laden halten und baut das Angebot aus. Damit er attraktiver wird, werden die Öffnungszeiten verlängert und ein Café integriert. Ausserdem soll die Postagentur, die bisher in die Gemeindeverwaltung integriert war, in den Schlossladen umziehen. Die Eröffnung dieses neuen Dorfladens ist im November 2015 geplant.

Neuer Schwung für Laden

«Es soll ein richtiger Dorfladen werden, der sechs Tage die Woche offen hat und alle Alltagsbedürfnisse deckt», sagte Gemeindeammann Peter Frei an der Infoveranstaltung am Montagabend in der Schulhausaula in Biberstein. «Das soll dem Dorf etwas wert sein», so Frei weiter.

Denn der Gemeinderat schlägt den Stimmbürgern für die Gemeindeversammlung vom 28. November vor, den Schlossladen ab 2016 während fünf Jahren mit einem jährlichen Beitrag von 20 000 Franken zu unterstützen. Nach Ablauf dieser Zeit würde eine neue Beurteilung aufgrund der erzielten Umsatz- und Frequenzzahlen erfolgen. Eine angemessene Beteiligung im Sinne der Belebung des Dorfes sei angebracht, so das Argument des Gemeinderats.

Irène Fasolin, die den Schlossladen seit zehn Jahren leitet, freut sich auf die geplanten Veränderungen. «Wir müssen etwas wagen, um neuen Schwung in den Laden zu bekommen. Und wir müssen uns den Bedürfnissen der Bibersteiner anpassen.»

Bereits ab Januar werden deshalb die Öffnungszeiten verlängert: Neu ist der Laden sechs Tage die Woche bereits ab 7.30 Uhr statt wie bisher ab 8 Uhr offen, dazu kommen zwei Stunden am Abend, von 16.30 bis 18.30 Uhr. «Wir sind darauf angewiesen, dass die Bibersteiner zu uns kommen», sagt Fasolin. Mit den neuen Öffnungszeiten und dem grösseren Angebot sei sie sehr zuversichtlich, dass das klappt.

Gemeinde will Haus verkaufen

Gleichzeitig mit der Unterstützung des Ladens will der Gemeinderat der Stiftung die Liegenschaft Dorfstrasse 10 direkt neben dem Schlossladen verkaufen. Ursprünglich war die Idee, da die neue Bäckerei unterzubringen. Weil aber die Niveauunterschiede der beiden Gebäude zu gross sind, wurde die Bäckerei nun am bestehenden Ort saniert. Interesse hat die Stiftung aber nach wie vor am Haus. Neu sollen im Erdgeschoss dringend gebrauchte Atelierplätze sowie Lagerräume eingerichtet werden, die Wohnungen in den Obergeschossen sollen bestehen bleiben.

Für die Liegenschaft und die östlich gelegenen Parkplätze hat der Gemeinderat nach einer Schätzung der Stiftung ein Angebot zum Gesamtpreis von 650 000 Franken gemacht. Über diesen Verkauf sollen die Bibersteiner an der Wintergmeind ebenfalls befinden.

«Vonseiten der Gemeinde besteht kein grosses Bedürfnis an der Liegenschaft, für das Schloss hingegen wäre sie sehr nützlich», sagte Gemeindeammann Frei. Heute noch sind die Wohnungen vermietet, der Gemeinderat empfiehlt der Stiftung, die Mieter im Erdgeschoss noch bis September 2015 und diejenigen in den Obergeschossen bis März 2016 da wohnen zu lassen.

In den Kaufpreis eingeschlossen ist ein dauerndes Benützungsrecht an vier Parkplätzen, die der Öffentlichkeit weiterhin zur Verfügung stehen sollen. Denn die Parkplätze im Dorf sind knapp. Ein Votant warf deshalb ein, man solle doch den Parkplatz überhaupt nicht verkaufen. Frei hielt dagegen, die Wohnungen in der Liegenschaft bräuchten auch Parkplätze. Und die vier Parkplätze, die bereits heute der Gemeinde gehören, würden so auch weiterhin zur Verfügung stehen.

Aktuelle Nachrichten