Die Stiftung Schloss Biberstein ist eine Wohn-, Arbeits- und Ausbildungsstätte für erwachsene Menschen mit geistiger oder mehrfacher Beeinträchtigung. An verschiedenen Orten betreuen rund 60 Angestellte aktuell über 140 Personen (davon etwa 80 in Tagesstruktur).

Am Hauptsitz, im 1280 erstmals erwähnten Schloss, setzt die Stiftung jetzt zu einem Quantensprung an. In diesen Tagen wird sie das Baugesuch für den Umbau der Turnhalle in Werkstätten und Ateliers einreichen. Diese sind jetzt im Alten Schulhaus untergebracht. Es verfügt über keinen Lift und ist darum für Menschen, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, nicht zugänglich. Geschäftsleiter Stefan Christen spricht im Zusammenhang mit dem Turnhallenumbau von einem entscheidenden Schritt vorwärts im Bereich der Infrastruktur: «Das brauchen wir wirklich.» Gemeint ist neben einem rationelleren und flexibleren Betrieb insbesondere der Gewinn im Bereich der Behindertengerechtigkeit.

Zentralisierung der Ateliers

Wenn alles gut läuft, kann im kommenden Frühling mit dem 3 Millionen Franken teuren Bau begonnen werden – koordiniert mit der gleichzeitig stattfindenden Sanierung der Dorfstrasse. Eigentlich hätte die Stiftung bereits 2015 bauen wollen. Doch dann kam das dreijährige kantonale Moratorium für Bauprojekte im Behindertenbereich. Dieses lief Ende 2017 ab – und «Biberstein» will keine weitere Zeit mehr verlieren.

Die 1962 errichtete, kleine Turnhalle wird seit vielen Jahren nicht mehr für die körperliche Ertüchtigung genutzt. Die «Schlosshoppers» trainieren und spielen auf der Wiese oder in der Turnhalle der Gemeindeschule. In der Halle des Schlosses ist die Holzwerkstatt und in ihrem Annex ein Teil des Technischen Dienstes einquartiert. Jetzt soll in die Turnhalle ein Zwischenboden eingebaut und der Annexbau durch einen neuen, längeren Gebäudeflügel mit gleicher Höhe ersetzt werden. «Dank diesen Investitionen können wir das Alte Schulhaus räumen», erklärt Christen. Die Kerzenwerkstatt, die Weberei, das Papier- und das Kartenatelier werden in die Turnhalle verlegt. Ebenso die Büros des Technischen Dienstes.

Schlossfassade wird saniert

Wie das Alte Schulhaus künftig genutzt wird, ist noch offen. «Die Räume werden für die Weiterentwicklung der Stiftung frei», sagt Christen. Im Bereich der normalen Instandhaltungsarbeiten angesiedelt ist die Sanierung eines Teils der Schlossfassade, die ebenfalls nächstes Jahr erfolgen soll. Sie weist Schäden auf – wohl zurückzuführen auf den seinerzeitigen Brand.