Aarau

Schleichverkehr im Wohnquartier Schachen: Die Bewohner wehren sich

Die Initianten Walter Anghileri (l.) und Heinz Holenstein (r.) übergeben ihre Petition an Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker.

Die Initianten Walter Anghileri (l.) und Heinz Holenstein (r.) übergeben ihre Petition an Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker.

Im Schachen in Aarau benutzen immer mehr Autofahrer die Quartierstrassen, um den Stau auf der Kantonsstrasse zu umfahren. Die Bewohner wollen diese Verkehrssituation nicht mehr hinnehmen.

Wie auf so vielen Strassen, die in die Stadt führen, herrscht auf dem Allmendweg respektive der Schiffländestrasse (Kantonsstrasse 238) regelmässig stockender Kolonnenverkehr, wenn nicht gar Stau. Und wie überall suchen sich Autofahrer einen Weg, mit dem sie einige Sekunden einsparen können – im konkreten Fall führt dieser mitten durchs Wohnquartier Schachen.

Dessen Bewohner wollen diese «unhaltbare und gesetzeswidrige Verkehrssituation» nicht länger hinnehmen. Sie wehren sich mit einer Petition, initiiert von Walter Anghileri und Heinz Holen- stein. 70 Anwohner haben sie unterschrieben.

Gestern reichten einige von ihnen die Unterlagen bei Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker ein – dieser hatte notabene bis vor ein paar Jahren ebenfalls im Schachen gewohnt, an der Schiffländestrasse.

So versuchen die Autofahrer durch die Quartierstrasse dem Stau zu entkommen.

Schleichverkehr im Wohnquartier Schachen

So versuchen die Autofahrer durch die Quartierstrasse dem Stau zu entkommen. 

Früher war Strasse gesperrt

Den Petitionären geht es besonders um die Sicherheit der Kinder. Denn die Schleichverkehrs-Route führt direkt vor dem Kindergarten an der Asylstrasse vorbei. «Bis ins Jahr 2004 war die Asylstrasse auf der Höhe Kindergarten mit einem grossen Pflanzentopf und einem versenkbaren Pfosten geschlossen», heisst es im Petitionstext.

Laut langjährigen Anwohnern sei diese Massnahme nach einem Unfall bei der Kreuzung Asylstrasse-Stritengässli ergriffen worden. Dann, im Jahr 2004, habe man die Sperre im Zuge der Umgestaltung des Knotens Kettebrücke Süd gegen den Protest der Anwohner entfernt. Und seither nimmt der Schleichverkehr von Jahr zu Jahr zu.

Die Ausweichroute ist beliebt bei denjenigen, die vom Ziegelrain respektive der Schachenallee herkommen und zur Kettenbrücke oder in Richtung Telli müssen.

Weil die Einfahrt von der Asylstrasse in die Schiffländestrasse mit Betonblöcken versperrt ist, zweigen die Autofahrer dort nach links in den Blumenweg ab (Fahrverbot, Zubringerdienst gestattet) und gelangen im Zickzack auf die Schiffländestrasse. Zu Stauzeiten, so Petitionär Walter Anghileri, könne man so drei bis vier Minuten Zeit sparen.

Ist der Weg öffentlich oder nicht?

Die Anwohner haben sich in den letzten Jahren schon mehrmals mit der Bitte an die Stadt gewandt, die Asylstrasse wieder zu sperren. Dies sei immer abgewiesen worden, mit der Begründung, die Anwohner des Blumenwegs hätten dann keine öffentliche Zufahrt zu ihren Häusern mehr.

Anghileri, selber einer dieser wenigen Anwohner, betont jedoch, man könne problemlos von Westen her via Pfrundweg zufahren. Die Stadt hatte das bisher abgelehnt, mit der Begründung, der Blumenweg sei im westlichen Teil nicht öffentlich.

Doch die Petitionäre haben jetzt bei der Stadtpolizei nachgefragt. «Laut Auskunft der Stadtpolizei ist diese Verbindung seit ca. 1980 ein öffentlich-rechtlicher Weg, was durch die Beobachtung bestätigt wird, dass diese Verbindung bei Schneefall von den Angestellten der Stadt geräumt wird.»

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