Prozess
Schläger von Suhr muss definitiv hinter Gitter

Der Kosovare, der vor drei Jahren in Suhr einem Schweizer schwere Kopfverletzung zufügte, muss zwei Jahre in den Knast. Das Bundesgericht hat seine Beschwerde abgewiesen.

Urs-Peter Inderbitzin
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Schlägerei in Basel

Schlägerei in Basel

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Der Vorfall hatte sich am 22. Mai 2009 in der Nähe des Zentrums «Bärenmarkt» in Suhr zugetragen. Zwei Kosovaren pöbelten ein junges Paar an, das dort auf einer Parkbank sass. Zuerst fragten die beiden Kosovaren, damals 15 und 16 Jahre alt, den 19-jährigen Schweizer nach Zigaretten. Danach behändigte der ältere der beiden Kosovaren das Rollbrett des Schweizers und fuhr kurz damit herum. Kaum zurück, schlug er das Brett gegen die linke Kopfseite des Schweizers, worauf dieser zu zittern begann und zu Boden fiel. Die beiden Kosovaren machten sich aus dem Staub, konnten aber später verhaftet werden. Der Schweizer erlitt durch den Schlag eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung sowie einen Schädelbruch. Er musste längere Zeit im Spital – teilweise in der Intensivstation – verbringen und zweimal operiert werden.

Besonders skrupellos

Das Jugendgericht Aarau bestrafte den Schläger wegen schwerer Körperverletzung mit zwei Jahren unbedingtem Freiheitsentzug und ging damit weit über den Antrag der Jugendanwaltschaft hinaus, die für den Jugendlichen lediglich eine Haftstrafe von 12 Monaten mit Bewährung gefordert hatte. Sowohl das Aargauer Obergericht als nun auch das Bundesgericht haben die Strafe gegen den Schläger bestätigt. Dieser hatte in Lausanne gefordert, lediglich wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt zu werden, weil das Opfer keine Hirnblutung erlitten habe und deshalb nicht lebensgefährlich verletzt worden sei. Auch müsse er milder bestraft werden, weil er sich seit der Tat wohl verhalten habe. Insgesamt sei eine bedingte Strafe von 9 Monaten angemessen, liess der Schläger das Bundesgericht wissen.

Wie bereits die Aargauer Justiz vertritt auch das Bundesgericht die Auffassung, dass der Kosovare skrupellos gehandelt hatte. Wer aus nichtigem Anlass, ohne Vorwarnung und mit roher Gewalt mit einem Rollbrett auf den Kopf eines Wehrlosen schlage und diesen schwer verletze, handle besonders skrupellos. Auch die Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung schützte das Bundesgericht, nachdem laut ärztlichen Gutachten für den Schweizer eine unmittelbare Lebensgefahr bestand. Eine Strafmilderung und eine bedingte Strafe kommen deshalb für das Bundesgericht nicht infrage, zumal auch keine günstige Prognose über das künftige Wohlverhalten des Kosovaren gestellt werden könne.

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