Fussballrandale
«Schlacht vom Brügglifeld»: Staatsanwaltschaft Aargau ermittelt

Die Ausschreitungen nach dem Spiel Aarau gegen Basel haben jetzt auch juristische Folgen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eingeleitet. Und der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann nimmt die Fussballklubs in die Pflicht.

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Die "Schlacht von Aarau" (Mai 2014) Chaos auf dem Platz: FCB-Fans zünden Feuerwerk.
23 Bilder
Vermummte FCB-«Fans» gehen nach Spielschluss auf Aarau-Zuschauer los.
FC-Securitys versuchen randalierende Fans zurückzudrängen. Erfolglos.
FC-Basel-Fans und FC-Aarau-Anhänger prügeln mit Stöcken aufeinander ein.
Pyros und Rauchpetarden.
Sogar ein Soldat im Tarnanzug stürmte auf das Feld. Schneidet er hier mit dem Armeesackmesser ein Stück Brügglifeld-Rasen heraus?
FCB-Fans stürmen den Rasen.
Anarchie im Brügglifeld.
FCB-Spieler werden von Fans bedrängt. Obs ihnen allen wohl ist?
Pyro-Spektakel bei den Basler-Fans.
Ein heilloses Durcheinander.
FCB-Spieler unter Fans.
FC Basel Präsident Bernhard Heusler auf dem Brügglifeld-Rasen.
Kleinkrieg unter «Fans».
FCB-Präsident Bernhard Heusler beim TV-Interview.
Die Polizei drängt die Basel-Fans zurück mit Gummischrot zurück.
Die Polizei versucht radikale FCA und FCB-Fans zu trennen.
Sicherheitsleute weisen einen Fan vom Feld.
Fanestangen als Wurfgeschoss.
Die Polizei setzte auch Tränengas ein.
Es gab mehrere Leichtverletzte.
Radikale FCB-Fans feiern den Meistertitel auf ihre Art.

Die "Schlacht von Aarau" (Mai 2014) Chaos auf dem Platz: FCB-Fans zünden Feuerwerk.

Keystone

Von den Randalen am Donnerstag beim Spiel Aarau-FCB bleiben nicht nur hässliche Bilder auf dem Spielfeld in Erinnerungen. Ein 24-jähriger Mann wurde bei anschliessenden Ausschreitungen ausserhalb des Stadions schwer verletzt. Laut der Zeitung „Schweiz am Sonntag" hat die Staatsanwaltschaft nun eine Strafuntersuchung gegen unbekannt eingeleitet, wie die Kantonspolizei Aargau bestätigt.

Regierungsrat Urs Hofmann. KEY

Regierungsrat Urs Hofmann. KEY

Keystone

Bereits davor hatte der FC Aarau Anzeige erstattet. Der Klub sucht die rund 30 rot-blauen Chaoten, die den Platz stürmten und Fahnenstangen und Pyrofackeln in den Sektor der Aarau-Fans warfen. «Glücklicherweise liessen sich die Aarau-Fans nicht von den Baslern provozieren, sonst hätte es schlimm ausgehen können», sagt der Aargauer Regierungsrat und Polizeivorsteher Urs Hofmann (SP) zur „Schweiz am Sonntag". «Es ärgert mich, wenn Klubverantwortliche solche Ausschreitungen als Scharmützel abtun.» Die Klubs müssten erkennen, dass sie ein Problem mit gewalttätigen Fans hätten, das sie gemeinsam angehen müssten, sagt Hofmann.

Roger Geissberger, Vizepräsident des FC Aarau, sagt in der „Schweiz am Sonntag", das verschärfte Hooligan-Konkordat habe bislang nicht geholfen: «Diese Kriegsmaschinerien, die aufgefahren werden, provozieren zum Teil die Fans mehr, als dass sie zur Beruhigung beitragen», sagt er. Vielmehr schwebt Geissberger eine Lösung wie in St. Gallen vor. Dort können seit 2009 Randalierer unmittelbar nach dem Spiel verurteilt werden. «Die Polizei kann heute zu wenig machen», sagt er. Verdächtige könnten nur festgenommen werden, wenn einer gerade etwas ganz Schlimmes mache. Man sollte im Aargau ein Sondergesetz wie in St. Gallen einführen, fordert Geissberger. Dieses müsse «Schnellrichter vorsehen und möglich machen, dass man Tatverdächtige für zwei Tage in Haft nehmen kann».