Aarau
SBB verkauft Grundstück – nun kann der zweite Bahnhofteil gebaut werden

Endlich wird die zweite Etappe des Aarauer Bahnhofgebäudes geplant – eingeweiht wird sie voraussichtlich 2018, ein Vierteljahrhundert nach dem Entwurf.

Sabine Kuster
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So soll der Aarauer Bahnhof nach Bauende im Sommer 2018 aussehen.

So soll der Aarauer Bahnhof nach Bauende im Sommer 2018 aussehen.

Mettler2Invest

Verglichen mit dem Aarauer Bahnhof ist das Stadionprojekt geradezu jung. Der erste Entwurf des Stadions ist fünf Jahre alt und wurde vor zwei Jahren komplett überarbeitet. Die Pläne für den neuen Aarauer Bahnhof wurden 1992 entworfen. 1993 konnte das Architekturbüro Theo Hotz sein Siegerprojekt ausarbeiten.

2010 wurde der neue Bahnhof eingeweiht. Doch dies war erst die Hälfte. Im Endbau wird das Bahnhofsgebäude 330 Meter lang sein. Ursprünglich war der Bau an einem Stück geplant, doch die SBB wollten die total 29 000 Quadratmeter Nettofläche nicht auf einen Schlag vermieten oder verkaufen müssen. Stadtbaumeister Felix Fuchs hoffte 2008 noch, die 2. Etappe des Aarauer Bahnhofs könne nahtlos an die erste realisiert werden. Später hiess es, die SBB suchten Investoren.

Nun wird der zweite Teil voraussichtlich ein Vierteljahrhundert nach dem ersten Entwurf eingeweiht: Die Immobilienentwicklerin und Investorin Mettler2Invest AG, mit Sitz in Zürich, Basel und St. Gallen, teilt mit, man habe die Parzelle beim Bahnhofareal Nord im September von der SBB erworben. Baubeginn sei voraussichtlich im Frühjahr 2016, der Bezug im Sommer 2018.

Begehrter Standort für Investoren

«Wir freuen uns riesig darüber», sagt Tino M. Margadant, Partner bei der Firma Mettler2Invest, und kommt gleich ins Schwärmen: Die Parzelle beim Bahnhofareal Nord sei der vielleicht attraktivste Standort gewesen, der zurzeit in der Schweiz zum Verkauf gestanden sei – in der Kantonshauptstadt, direkt am Bahnhof, im Zentrum zwischen Basel, Bern, Luzern und Zürich.

Laut Stadtbaumeister Fuchs hat die SBB erst vor rund einem Jahr entschieden, ob sie das Gebiet selber bebauen oder verkaufen will. Sie entschied schliesslich, zu verkaufen. Laut SBB-Mediensprecher Reto Schärli hange dies mit dem Markt zusammen. «Der Markt ist erst jetzt reif gewesen für die zweite Etappe», so Schärli.

Bahnhofgeschichte

1991/92 Projektwettbewerb
ab 1995 Ausarbeitung Vorprojekt und Gestaltungsplan mit Fachhochschule Aargau
2001 Grosser Rat will die Fachhochschule in Brugg
2003 Überarbeitung
2008 Baustart erste Etappe
2010 Einweihung 1. Etappe
2014 Verkauf Areal 2. Etappe
2016 vorauss. Baubeginn
2018 voraussichtlicher Bezug

Danach ging es schnell, Interessenten gab es genug. Dies, obwohl ein altes Projekt übernommen werden muss. Ist das kein Problem? «Das Projekt ist tatsächlich ein paar Jahre alt», sagt Margadant von Mettler2Invest, «aber der Gestaltungsplan ist gültig und wir haben Möglichkeiten, den Bau den heutigen Bedürfnissen anzupassen.»

Sie seien deswegen in Kontakt mit dem Architekturbüro Hotz. «Wir machen nicht ein ‹copy & paste› der ersten Etappe», so Margadant, «es gibt heute neue ökonomische und klimatische Anforderungen.» Die Firma hat mit den Mietern im bereits gebauten Bahnhoftrakt Interviews geführt, um die Schwachpunkte kennen zu lernen.

Glasfassade zieht sich durch

Klar ist: Auch der zweite Teil bekommt eine Glasfassade. «Das macht nicht nur gestalterisch, sondern auch vom Zugslärm her Sinn», sagt Margadant.

Fast freie Hand hat die Firma für die Nutzung: Anders als im ersten Teil, sollen im zweiten auch Wohnungen eingebaut werden. Man werde für die Wohnungen bezüglich Glasfassade eine Lösung finden, so Margadant. Für die Büro- und Gewerbenutzung führe man bereits Gespräche mit verschiedenen Branchen. Mit welchen, könne noch nicht publik gemacht werden. Alleine um Lebensmittelgeschäfte oder Kleiderläden gehe es nicht. «Wir haben konkrete Vorstellungen», sagt Margadant und verspricht, es werde eine «Bereicherung für die Stadt und die erste Hälfte des Bahnhofs» sein.

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