«Der Kanton Aargau setzt sich dafür ein, dass für die Jahre 2019 und 2020 einzelne Züge kurzfristig nochmals geprüft werden.» Dies teilt der Kanton der Gemeinde Murgenthal mit – als Antwort auf ihre Beschwerde zur Fahrplan-Vernehmlassung. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau verspricht zudem, dass ab Dezember 2020 nebst den stündlich verkehrenden Direktzügen der S23 eine um 23/37 Minuten versetzte Verbindung mit kurzer Umsteigezeit (9 Minuten) in Olten eingerichtet wird, sodass in Spitzenzeiten wiederum zwei gute Verbindungen pro Stunde aus dem Westaargau in die Kantonshauptstadt Aarau bestehen.

Verantwortlich für die Verschlechterung des SBB-Angebots für Murgenthal, Rothrist und Aarburg-Oftringen in den Jahren 2019 und 2020 sind Bauarbeiten auf der Nadelöhr-Strecke Aarau–Olten. Murgenthals Gemeinderat habe Verständnis dafür, dass die Bauarbeiten mit Einschränkungen verbunden seien, sagt Gemeindeschreiber Rolf Wernli. «Er hätte sich dennoch eine bessere Alternative gewünscht.» Die langfristige Lösung ab Dezember 2020 sei jedoch akzeptabel. Der Gemeinderat gehe davon aus, dass er das Departement diesbezüglich beim Wort nehmen dürfe.

Nicht nur die betroffenen Gemeinden wehrten sich gegen den Abbau der direkten Verbindungen nach Aarau: Der Jungfreisinnige Fabian Grepper aus Murgenthal übergab am 16. August dem Kanton Aargau eine von 890 Personen unterschriebene Petition.

Diese ging auch an die Gemeinde Murgenthal. Der Gemeinderat hat nun die Petition beantwortet: «Zuständig für das Angebot des öffentlichen Verkehrs sind das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau und der Regionalverband zofingenregio. Die Gemeinderäte werden lediglich angehört», schreibt er in einer Mitteilung. Und weiter: «Es ist nicht geplant, sämtliche Direktverbindungen zwischen Murgenthal/Rothrist und Aarau zu streichen. Die stündlichen Direktverbindungen der S23 bleiben bestehen. Es entfallen jedoch die um eine halbe Stunde versetzten Direktverbindungen der S29 zu Spitzenzeiten.» Somit wird der Halbstundentakt zu Spitzenzeiten durch einen Stundentakt ersetzt. Initiant Fabian Grepper sagt dazu: «Die Gemeinde zeigt ihre Unterstützung für mein Anliegen.»

Nun wartet Fabian Grepper die Antwort des Regierungsrates ab und entscheidet dann über das weitere Vorgehen. «Ich bin der Gemeinde Murgenthal sehr dankbar, dass sie sich meinem Anliegen angenommen haben», sagt Grepper. (ZT/AZ)