Region
Sanierungen nötig: In diese Hallenbäder fliesst viel Geld

Ob in Aarau, Menziken oder Seon – alle Hallenbäder sind defizitär und sanierungsbedürftig. Die Arbeiten dürften stattliche Beträge verschlingen. Teilweise wird über Wege nachgedacht, damit die roten Zahlen nicht roter werden.

Nadja Rohner und Fritz Thut
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Der Fortbestand des Hallenbades Seon stand auf der Kippe. Nun hat der Gemeinderat entschieden, dass es beibehalten und saniert wird.

Der Fortbestand des Hallenbades Seon stand auf der Kippe. Nun hat der Gemeinderat entschieden, dass es beibehalten und saniert wird.

Pascal Meier

Die Hallenbäder in der Region sind in die Jahre gekommen und müssen (teil-)saniert werden. Und das, obwohl sie ohnehin defizitär sind. Zum Beispiel Seon: «Dass die Einnahmen die laufenden Betriebskosten gedeckt haben, war eventuell früher so», sagt Betriebsleiter Roger Fuchs. Heute wird das Hallenbad, in Seon als Eigenwirtschaftsbetrieb der Gemeinde geführt, von den Steuerzahlern unterstützt.

Sie sind es auch, die die Sanierung bezahlen müssen. Der Wasserschaden, der im letzten Winter zur Schliessung der Hallenbadsauna geführt hatte, löste deshalb Diskussionen aus: «Geschlossene Sauna als Anfang vom Hallenbad-Ende?» titelte die az im Februar.

So weit scheint es nun nicht zu kommen. Die Schäden sind zwar immens, die Sauna bleibt stillgelegt. Doch inzwischen haben die Behörden einen Grundsatzentscheid gefällt: «Der Gemeinderat will das Hallenbad behalten», so Ammann Heinz Bürki.

Im bisherigen Rahmen kann es allerdings nicht weitergehen. Der Gemeinderat hat deshalb eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um abzuklären, wie es mittel- und langfristig weitergehen soll. «Wir erwarten von dieser Kommission bis im nächsten März drei mögliche Optionen», so Bürki, der dem Gremium nicht angehört.

Er legt Wert auf die Qualität der Vorschläge: «Wir müssen hier nicht ‹jufeln›, unter Zeitdruck stehen wir nicht mehr.» Neben Personen aus der Gemeinde wurden externe Fachleute in die Kommission berufen, die über Vergleichsmöglichkeiten mit andern Hallenbädern verfügen.

Die roten Zahlen werden in Seon immer roter, obwohl sich das Hallenbad grosser Beliebtheit erfreut. 125 784 Eintritte wurden 2014 registriert. «Die Nachfrage ist nach wie vor sehr gross: Über Jahre betrachtet, ist die Tendenz nicht abnehmend», sagt Betriebsleiter Roger Fuchs.

Dabei kämen die Bade- und Saunagäste nicht nur aus Seon und dem Seetal, sondern auch aus dem Wynental, dem Freiamt und gar aus der Region Aarau. Doch auch dem Betriebsleiter ist klar, «dass man etwas machen muss». Laut Ammann Heinz Bürki könnte die Lösung in einer erfolgreichen Mantelnutzung des Hallenbadgebäudes oder einer neuen Trägerschaft bestehen.

Architekturwettbewerb in Aarau

Das Hallenbad Telli in Aarau, betrieben von Kanton und Stadt, muss ebenfalls erneuert werden. «Es steht eine Gesamtsanierung an», sagt Simone Strub, Kommunikationsverantwortliche des kantonalen Departements Bildung, Kultur und Sport.

Kanton und Stadt erarbeiten laut Strub derzeit das Raumprogramm für einen Architekturwettbewerb, das bis Ende Jahr fertig sein soll. «Danach werden parallel bei Kanton und Stadt Kreditbegehren gestellt.»

Auch in der Telli können die Betriebskosten nicht gedeckt werden. Die grössten Budgetposten sind Personalkosten und die Versorgung mit Wasser und Energie. «Zusätzlich fallen aufgrund des Alters der Anlage ausserordentliche Sanierungen an», sagt Strub. Die einzelnen Budgetpositionen des Defizits teilen sich Kanton und Stadt gemäss einem festgelegten Kostenteiler.

Projektierungskredit in Menziken

Investitionen stehen auch beim Hallenbad Menziken an. Laut Gemeinderat Hans Heinrich Leuzinger müsse man umfassende Sanierungsmassnahmen «unbedingt in Angriff nehmen» – im Eingangsbereich beispielsweise, aber auch bei den Becken, Garderoben und Duschen. «Dauernd ist da etwas kaputt», so Leuzinger. Lediglich an der relativ neuen Saunaanlage muss nichts gemacht werden.

An der kommenden Wintergemeindeversammlung werden die Stimmbürger laut Leuzinger über einen Projektierungskredit von 97 000 Franken befinden. Damit soll das im Sommer mittels eines Architekturwettbewerbs skizzierte Hallenbadprojekt weiterverfolgt werden. «Angedacht sind zwei Varianten», führt Leuzinger aus: «Eine erste Tranche mit Sanierungsmassnahmen für etwa zwei Millionen Franken.

Diese müssen so oder so gemacht werden, sonst können wir das Bad mittelfristig schliessen.» In einem zweiten Schritt könnte man weitere zwei Millionen Franken in einen Erweiterungsbau investieren. «Geplant ist ein Kinderbereich mit Planschbecken», sagt Leuzinger. «Damit könnten wir das Bad attraktiver machen.»

Am Grundproblem des Hallenbades ändert das aber wenig: «Wir haben leider zu wenig Wasserfläche. Das Bad ist von Schulen und Schwimmvereinen bereits so stark ausgebucht, dass für weitere Besucher nicht allzu viel Platz bleibt.»

Aus Oberentfelden, wo das Frei- und Hallenbad von einer Genossenschaft geführt wird, waren keine Angaben zum Zustand der Badeanlagen zu bekommen.