Aarau
«Samstägliche Sauerei!»: Aarauer Güselwehr stellt Abfall zur Schau

Seit diesem Jahr kämpft Aarau gegen den Abfall in der Stadt. Die Bevölkerung soll selber verantworten, was sie anrichtet. Nun macht die Güselwehr auf den Abfall aufmerksam und stellt diesen in einem Plexiglaskasten zur Schau.

Hubert Keller
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Die Güselwehr füllt im Graben den Plexiglaskasten: «Haben Sie etwas verloren?» Kel

Die Güselwehr füllt im Graben den Plexiglaskasten: «Haben Sie etwas verloren?» Kel

Am frühen Morgen des 1. Januar sagte Andres Brändli, ausgerüstet mit Greifzange, Kehrichtsack und warmer Kleidung, dem Güsel in der Altstadt den Kampf an.

Er bekam Unterstützung von Zentrum-Präsident Marcel Suter. Zwei Wochen nach Neujahr standen um 7 Uhr bei klirrender Kälte 14 Personen bereit, um Brändlis Beispiel zu folgen. Die «Güselwehr» war gegründet.

«Die Bevölkerung soll selber verantworten, was sie anrichtet», sagt Marcel Suter.

Die seit Januar laufende Aktion will darauf aufmerksam machen, dass, so Suter, «uns der Abfall stört und wir die samstägliche Sauerei nicht akzeptieren wollen».

Die Güselwehr will die Bevölkerung mit dem ungelösten Problem konfrontieren, und, dies die Hoffnung, auch die Nachtschwärmer zu mehr Rücksichtnahme bringen.

Dies bezweckt auch der Plexiglaskasten, der am Samstag im Graben aufgestellt und mit Abfall gefüllt worden ist: «Haben Sie etwas verloren? Vielleicht finden Sie es hier» steht darauf.

Im Allgemeinen sei es während des Sommers nicht, wie erwartet, schlimmer geworden, sagen Brändli und Suter.

Die Hotspots sind noch die gleichen: Kasinopark Starbucks, Bahnhofstrasse Pub, Färberplatz, Zinne Kirchenplatz, Kettenbrücke, Veloparkplatz Behmen.

Seit Januar unterstützen 15 Personen mit ihren samstäglichen Einsätzen die Mitarbeitenden des Werkhofs.

Durchschnittlich werden 120 bis 150 Kilo Abfall gesammelt. Andres Brändli hat ausgerechnet, dass die Gesamtmenge bei 35 Einsätzen 4,55 Tonnen ergibt. Es wurden 245 110-Liter-Kehrichtsäcke gefüllt.

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