Aarau
Saalmiete im Kultur- und Kongresshaus wird teurer

Der Aarauer Einwohnerrat hat die Revision des Gebührenreglements für das Kultur- und Kongresshaus gutgeheissen. Alles wird teurer, vor allem für kommerzielle Veranstalter. Eine kostendeckende Bewirtschaftung des KuK bleibt dennoch schwierig.

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Ab nächstem Jahr gelten im KuK neue Tarife.

Ab nächstem Jahr gelten im KuK neue Tarife.

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Ein Beispiel: Die Saalmiete für ein Bankett im grossen Saal des Kultur- und Kongresshauses (KuK) kostet einen kommerziellen Veranstalter künftig 1880 Franken, einen nicht kommerziellen, kulturellen Veranstalter 1450 Franken. Die Saalmiete bei diesem Fallbeispiel bewegte sich bisher zwischen 900 und 1600 Franken. Die Anhebung der Preise ist die Folge einer Revision des Gebührenreglements für das KuK, welche der Einwohnerrat am Montagabend mit 44:1 und 1 Enthaltung gutgeheissen hat.

Bei der Anpassung der seit sieben Jahren unverändert gebliebenen Tarife handelt es sich um ein Geschäft aus dem Stabilo-Prozess. "Die Anpassung ist überfällig – trotzdem", sagte SVP-Fraktionschefin Susanne Heuberger, "schreiben wir tiefrote Zahlen." Das sei "absolut nicht opportun". Im nächsten Budget erwarte die SVP deshalb weitere Reduktionen im Kulturbereich. Es gehe im Übrigen nicht an, das KuK dauernd schlecht zu reden, um ein weiteres Kulturlokal (in der alten Reithalle) abstimmungsreif zu machen. "Unsere primäre Aufgabe ist es, das KuK rentabler zu bewirtschaften."

Die bisher vier Veranstalterkategorien im KuK werden auf zwei reduziert: «Kongress» (kommerziell) und «Kultur» (nicht kommerziell). Veranstaltungen der zweiten Kategorie werden nach wie vor von der Stadt in hohem Masse subventioniert. Eine kostendeckende Bewirtschaftung des KuK ist und bleibt, wie aus zahlreichen Voten hervorging, schwierig. Die Massnahmen basieren auf einem Bericht von Heller Enterprises. Aufgabe der Firma war es, Vorschläge zur Verringerung des Nettoaufwands der Stadt Aarau im Kulturbereich um rind 400 000 Franken zu erarbeiten. Die Erhöhung der Benützungsgebühren des KuK sollen jährlich 167 000 Franken einschenken.

Einen Antrag aus der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK), mit welchem Veranstalter mit Sitz in Aarau privilegiert worden wären, lehnte der Einwohnerrat mit 23:19 Stimmen ab. Nein sagte er mit 32:7 Stimmen auch zu einem EVP-Antrag, der das KuK ausdrücklich für Kultusveranstaltungen religiöser Gemeinschaften öffnen wollte.

Der Einwohnerrat hatte den Stadtrat auch beauftragt, die Umwandlung des KuK in einen Eigenwirtschaftsbetrieb zu prüfen. Das ernüchternde Ergebnis, das der Einwohnerrat am Montag formell zur Kenntnis nahm: Die bisher gültigen Tarife müssten in diesem Fall nicht nur um 20, sondern um 275 Prozent erhöht werden, damit sich das KuK selbsttragend führen liesse.