Es ist eine ungewohnte Welt, in die die Besucher in ihren Leuchtwesten und Plastikhelmen hineintrampen. Noch stehen hier Gerüste, Lastwagen, Baucontainer, und obwohl sich auf der Buchserstrasse schon längst der Feierabendverkehr staut, sind die Arbeiter noch voll beschäftigt. Eine ungewohnte Welt für die Baustellenbesucher. Eine Welt, die in eineinhalb Jahren ihre sein soll: das Aeschbachquartier im Torfeld Süd.

Im Herbst 2018 soll das Stück Quartier rund um die historische Aeschbachhalle zum Leben erwachen. Noch viel Zeit bis dahin, aber das Interesse am Quartier ist bereits gross. Dutzende Besucher kamen am Donnerstagabend auf die Baustelle, um die Aeschbachhalle oder eine der bereits fertiggestellten Wohnungen aus der Nähe zu sehen.

Events mit bis zu 800 Gästen

Besonders gross ist das Interesse an der Halle, dem künftigen Herzstück des Quartiers. Hier sollen unter anderem vier Gastrobetriebe einziehen («Schweiz am Wochenende» vom 27. 5.). Staunend stehen die Besucher zwischen den Stahlpfeilern und den versprayten Wänden. Zeugen lang vergangener Zeiten, rau und wild. «Diese Zeitzeugen wollen wir erhalten», sagt Barbara Herrgott, Projektleiterin der Mobimo, und zeigt dann mal in die eine, mal in die andere Richtung, erklärt, was wo hinkommt, welche Bar, welches Restaurant dereinst hier eingerichtet wird.

Sich vorzustellen, dass hier zwischen den Gastrobetrieben auch Platz für Veranstaltungen mit bis zu 800 Personen bleiben soll, ist nicht ganz einfach. «So grosse Veranstaltungen mitten im Wohnquartier?», fragt ein Besucher mit leichter Besorgnis in der Stimme. Doch Herrgott beschwichtigt: Hier fänden keine Partys bis in die frühen Morgenstunden statt, sondern Jazzkonzerte, Firmenanlässe oder ein Sonntagsbrunch. «Wir hatten verschiedene Anfragen von Clubbetreibern, haben uns aber dagegen entschieden», sagt Herrgott. Nicht wegen des Lärms im Clublokal, den hätte man dämmen können. «Sondern wegen des Lärms, den die Gäste beim Kommen und Gehen veranstalten.»

Anzutreffen am «Open Day» waren nicht nur Spieler des FC Aarau, die Bier verkauften und beim Torwandschiessen gegen die Besucher antraten, sondern unter andrem auch alt Stadtbaumeister Felix Fuchs. Es sei lange her, dass er das letzte Mal auf der Aeschbach-Baustelle unterwegs war, sagt er und lacht. Deshalb sei er nun sehr gespannt, wie es heute ausschaue. «Man muss schliesslich selbstkritisch betrachten, was man vor Jahren aufgegleist hat.»