Aarau

Rund 220 Fotos und über 160 Statements online gestellt

Ihr Ausstellungsprojekt sei ein voller Erfolg geworden, sagen Edith Werffeli (links) und Carole Kambli.

Ihr Ausstellungsprojekt sei ein voller Erfolg geworden, sagen Edith Werffeli (links) und Carole Kambli.

Ob 4- oder 92-jährig: Die Aarauerinnen und Aarauer zeigten für das Projekt Tatort Stadt ihre Quartiere.

«Ja, das war eine Zeit damals. Da hatte man nur ein schweres Fahrrad mit einem Anhänger, und mit dem musste man die Post austragen, auch bei Schnee.» Der 92-Jährige, der das sagt, war 45 Jahre in Rohr Briefträger. Er ist die älteste Auskunftsperson, die sich im Rahmen des Ausstellungsprojekts «Tatort Stadt» äusserte. Die jüngste Teilnehmerin an einer der fünf sogenannten Stadt-Expeditionen, auf denen die Bewohnerinnen und Bewohner selber ihre Quartiere vorstellten, war vier Jahre alt.

Carole Kambli und Edith Werffeli, die beiden Ausstellungsmacherinnen, haben das Material, das sie auf den Expeditionen in Rohr, im Zelgli, in der Telli, im Schachen und in der Altstadt gesammelt haben – vor allem Fotos und mündliche Äusserungen, zum Teil Tondokumente – auf der Website des Stadtmuseums online gestellt. Vor der Schlussveranstaltung von morgen Sonntag lassen sie schon einmal verlauten, das innovative Ausstellungsprojekt sei ein voller Erfolg gewesen: «Die Aarauerinnen und Aarauer zeigten grosses Interesse, ihr Quartier vorzustellen und uns ihre Lieblingsplätze zu zeigen.»

Beteiligung ganz unterschiedlich

Die Beteiligung sei sehr unterschiedlich gewesen, sagt Edith Werffeli. Vor allem bei der Expedition im Zelgli sei sie sehr gut gewesen – gleich wie die Altersdurchmischung. Online findet man insgesamt rund 220 Fotos und über 160 Statements. Den grössten Anteil an der Ausbeute hat die Telli. Allerdings stammen von den 90 Fotos aus diesem Quartier 46 von der gleichen Person.

Vieles ist autobiografischer Natur wie etwa Ruth Schmids Blick zurück auf das eingegangene Lädeli im Zelgli. 15 Jahre war die Erzählerin dort Verkäuferin gewesen, bis das Lädeli an der Walthersburgstrasse nicht mehr rentierte.

Eher dünn ist bei genauer Betrachtung die Ausbeute aus dem Schachen und aus der Altstadt, die bloss mit 24 Fotos und 32 Meinungen vertreten ist. Kommt dazu, dass die 32 Aussagen von lediglich vier Personen im Alter von 53 bis 71 Jahren stammen. Zwei von ihnen haben zudem acht Fotos beigesteuert, bei den andern 16 Bildern lautet die Quellenangabe «anonym». Edith Werffeli bestätigt, dass sich im Prinzip alle Beteiligten geäussert haben. Sprich: An der Stadtexpedition in der Altstadt nahm gerade mal eine Handvoll Personen teil. Ein Grund dafür könnten die tropischen Temperaturen gewesen sein, die am letzten Sonntag herrschten.

In der morgen zu Ende gehenden Ausstellung im Foyer des Stadtmuseums findet sich ergänzendes Bildmaterial. Sehenswert ist aber vor allem das professionell gemachte Video, in dem Kurt Wernli den Friedhof Rosengarten durchwandert. Wernli war von 1997 bis 2010 Leiter der Sektion Friedhof und weiss interessante Geschichten zu manchem Grab zu erzählen. Bei diesem – online nicht zu sehenden – Video handelt es sich um eine Auftragsarbeit. «Wir haben gemerkt, dass der Friedhof im Zelgli eine grosse Rolle spielt», sagt Edith Werffeli. Und der Rosengarten sei, historisch gesehen, einer der bedeutendsten Friedhöfe im Kanton.

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