«Einmal mehr Grossandrang», «zahlreiche auswärtige Besucher», «Publikumserfolg», «drängen, stossen und gestossen werden». Wer in den Aarauer Neujahrsblättern nachschaut, was seit den 80er-Jahren alles über den Rüeblimärt geschrieben wurde, stösst immer auf die gleichen Superlative. Auch dieses Jahr kündigt sich wieder ein Grossanlass mit bis zu 45 000 Besuchern an. Und dies, obwohl der durchführende Verein Aargauer Rüeblimärt Aarau nur wenig Werbung für den Anlass macht. «Fast gar keine mehr», präzisiert Vereinspräsident Walter Käser. «Einen Markt mit 100 000 Besuchern könnte ein Städtli wie Aarau gar nicht ‹verliide›».

Die Besucher füllen die Parkhäuser oder fluten den Bahnhof. Viele kommen in Cars, scharenweise werden sie aus der ganzen Schweiz nach Aarau gekarrt. Bei einem Carreisen-Anbieter aus Siebnen kostet das zum Beispiel 34 Franken, einen Stutz weniger als das Halbtax-Billett.

Kein Markt in der Altstadt

Heuer warten in Aarau rund 130 Stände auf die Besucher. Das sind 15 mehr als letztes Jahr. Das Marktgelände wurde ein wenig erweitert, vorab Richtung Schlossplatz/Schlossgarten und in die Laurenzentorgasse bis zum Schuhhaus Storchen.

Weiter hinein in die Altstadtgassen geht der Markt nicht. Bewusst nicht. Man hatte es versucht: Als der Schlossplatz 2012 umgestaltet wurde, wich man drei Jahre lang in die Altstadtgassen aus. Das sei organisatorisch und finanziell aber sehr aufwendig gewesen, schon wegen der Auflagen, sagt Rüeblimärt-Vereinspräsident Käser. Und, so lässt er durchblicken, nicht alle Gewerbetreibenden hätten es gern gesehen, wenn ein Marktstand vor ihrem Laden stand. Also gab es 2015 keinen Rüeblimärtbetrieb mehr in der Altstadt – was auch wieder nicht allen passte. Walter Käser stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass der seit 1980 bestehende Rüeblimärt den Läden und Beizen in der Altstadt auch dann Kundschaft bringe, wenn er nur im Bereich «Graben» stattfindet: «Die, mit denen ich Kontakt habe, sagen stets, der Rüeblimärt sei ein Bombentag für sie.»

So schön wars 2015:

Dennoch, so der Präsident, wäre eine Ausdehnung der Marktfläche grundsätzlich wünschenswert: «Man schaut immer, wo man noch ein bisschen erweitern kann, und seien es nur 50 Meter.» Dies auch, weil zahlreiche Aussteller abgewiesen werden müssen. «Sogar am Märttag selber rufen sie noch an und fragen, ob man nicht 3 Meter übrig habe.» Manchmal findet sich noch ein Platz. Meist nicht.

Der Rüeblimärt werde immer beliebter, bei Besuchern und Ausstellern gleichermassen, konstatiert Walter Käser. Mit Letzteren ist der Verein Rüeblimärt streng: Die Stände müssen unbedingt schön dekoriert sein und zum stimmigen Markt passen. Das kontrollieren Käser und sein Team vor und während dem Markt. Wer sich nicht ans Konzept hält, darf im nächsten Jahr nicht mehr kommen. Dieses besondere Augenmerk aufs Ambiente und die Qualität der präsentierten Ware sei eines der Erfolgsgeheimnisse des Markts, so Käser. Das – und die Tatsache, dass der Rüeblimärt keine Beizli hat. «Wir sind ein richtiger Markt geblieben.»

Rüeblimärt Mittwoch, 2. 11., 7.30 bis 18 Uhr, am Graben. Parkplatz im Schachen.