Unterentfelden
«Rückstau ist vorprogrammiert»: Die neue Barriere auf den WSB-Gleisen gefällt nicht allen

Ein Anwohner kritisiert die neue Barriere bei den WSB-Gleisen in Unterentfelden. Grund ist eine verschwundenen Spur und ein nerviges Geräusch.

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Eine Schranke verhindert jetzt, wenn eine WSB-Komposition naht, die Einfahrt von der Erlifeldstrasse in die Hauptstrasse.

Eine Schranke verhindert jetzt, wenn eine WSB-Komposition naht, die Einfahrt von der Erlifeldstrasse in die Hauptstrasse.

Anja Suter

Bei den Gleisen der WSB in Unterentfelden werden die zwei Strassenübergänge Erlifeldstrasse und Feldstrasse mit Barrieren versehen. Jene bei der Erlifeldstrasse ist jetzt in Betrieb, die an der Feldstrasse wird in den kommenden zwei Wochen realisiert.

Das gefällt nicht allen – unter den Kritikern ist auch Anwohner Hansueli Lory. Er hat sich mit einem Brief an die Redaktion gewandt. Lory schreibt:

«Nun ist sie also in Betrieb, die erste der zwei geplanten Barrierenanlagen in Unterentfelden an der Kreuzung Hauptstrasse/Erlimattstrasse/Quellmattstrasse. Doch eigentlich ist dieses teure Werk nur eine «halbe Sache». Denn für einen zweiten Schlagbaum auf Seite Hauptstrasse reichte der Platz offenbar nicht.

Aber gerade diese Einfahrt war es ja, die zu gelegentlichen Unfällen führte. Und immer war die WSB eigentlich nicht schuld, sondern die Verkehrsteilnehmer, welche die Rotlichter missachteten! Nun haben sich die Verkehrsplaner die Sache einfach gemacht und aus Richtung Aarau gibt es statt wie bisher drei nur noch zwei Fahrspuren.

Mit dem Resultat, dass der Verkehr bei geschlossener Barriere in Richtung Dorfzentrum gestoppt wird, bis die Barriere wieder ganz geöffnet ist. In der verkehrsstarken Zeit ist daher ein Rückstau bis zum Knoten Distelberg vorprogrammiert. Mit der geplanten Bautätigkeit in Unterentfelden dürfte sich dieser Zustand eher verschlimmern, da dies mehr Verkehr auslösen dürfte!

Neben diesem Umstand nervt die Anwohner aber noch mehr das akustische Signal, welches bei Beginn des Schliessvorgangs bis zum Heben der Barriere die ganze Umgebung mit einem hohen Ton beschallt. Selbst in einer Entfernung von 100 Metern ist dieser Ton (sogar noch bei geschlossenen Fenstern im Innern der Wohnungen) zu hören.

Verkehrsstau und Tonsignal dauern nach meiner Messung bei jeder Zugsdurchfahrt 60 bis 90 Sekunden. Und dies an Werktagen tagsüber zwei Mal viertelstündlich und in der übrigen Zeit zwei Mal halbstündlich.

Auf meine Nachfrage bei einem anwesenden WSB-Mitarbeiter während der Einrichtung der Anlage wurde mir klargemacht, dies sei vom Gesetz so vorgeschrieben, aber die Akustik werde noch optimiert. Bis jetzt habe ich allerdings noch nicht viel davon gemerkt, auch wenn es am Abend etwas leiser wird.

Dass es während des Schliessvorgangs der Barriere einen Warnton gibt, wäre noch verständlich. Weshalb dieser aber bei geschlossener Barriere noch ertönen muss, scheint mir unbegreiflich. Tonstärke und Dauer können technisch sicher noch angepasst werden, zumal für die Fussgänger eine Unterführung besteht. In Suhr (Industrieeinfahrt Migros/Dreier Transport) funktioniert es doch auch so.

Ob die gleiche Verkehrssituation in Kürze an der zweiten Barrierenanlage Feldstrasse/Suhrenmattstrasse entsteht, ist mir unbekannt. Auf jeden Fall sollte sich die Unterkulmer-Bevölkerung einmal die Situation im unteren Suhrental anschauen, damit die Zentrumsgemeinde im mittleren Wynental nicht zum gleichen Barrieren- und Staudorf wird! Und an die WSB-Verantwortlichen appelliere ich als treuer öV-Benutzer, die technischen Anlagen trotz Gesetz auch zum Wohle der Bahn-Anwohner einzurichten.» (AZ)