Aarau
Roter Mund erhöht Siegeschancen nicht automatisch

Über hundert Spieler am Bowling-Plauschturnier in Aarau. Es trafen gute auf schlechte Spieler – ausscheiden konnte jeder nur allzu schnell.

Sibylle Haltiner
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Bowling-Turnier in Aarau
10 Bilder
Marcel Fischer führt die Turnierliste nach und ruft dich Spieler auf die Bahnen.
Sonja Hankh konzentriert sich vor dem nächsten Wurf.
Konzentration vor dem Wurf.
Auf 14 Bahnen wird gleichzeitig gespielt.
Christof Jauslin möchte sich in der ersten Hälfte platzieren und liegt noch gut im Rennen.
Gespannt wird der Kugel hinterhergeschaut.
Bowling ist auch eine sportliche Betätigung.
Auch Teenager können mitspielen, das Alter hat keinen grossen Einfluss auf die Siegchancen.
Jeder spielt gegen jeden.

Bowling-Turnier in Aarau

Sibylle Haltiner

«Hat jemand von euch einen Lippenstift dabei?», fragt Sonja Hankh ihre Kolleginnen mit einem Augenzwinkern. Die 63-Jährige liegt im Spiel gegen Marco, der ihr Enkel sein könnte, zurück und überlegt sich keck, wie sie den Burschen aus dem Konzept bringen könnte. Doch es hilft alles nichts, Marco lässt sich nicht ablenken und macht mit einem sogenannten «Strike», bei welchem alle Pins fallen, den Sack zu. Für Sonja Hankh bedeutet diese Niederlage Endstation.

«Das nervt mich jetzt, ich hätte gerne noch einmal gespielt», erklärt die sportliche Villmergerin, die ihre grauen Haare kurz geschnitten trägt, die Spitzen sind passend zu ihren Ohrringen blau gefärbt. Jede Woche spielt Sonja Hankh Bowling mit Arbeitskolleginnen. Deshalb genoss sie das Plauschturnier: Hier gab es andere Gegner und neue Herausforderungen. Jeder spielte gegen jeden, der Teenager gegen den Rentner, Frauen gegen Männer.

Gleiche Chancen für alle

Bereits zum 16. Mal führte Marcel Fischer am Samstag in seinem Bowlingcenter ein Plauschturnier durch. 128 Bowler nahmen teil, viele von ihnen trainieren jede Woche und traten mit eigenen Kugeln an. Andere bowlen nur ab und zu mit Kollegen. Beim Plauschturnier aber wurden die Karten neu gemischt, die Gegner ausgelost. Nach zwei Niederlagen war Schluss. «Es ist zwar ein Wettkampf, trotzdem steht der Spassfaktor im Vordergrund», erklärte Marcel Fischer. Chance für eine Platzierung in den vorderen Rängen hatten alle. «Auch ein guter Spieler kann einen schlechten Tag erwischen und rasch ausscheiden», so Fischer.

Wer nicht gerade an der Reihe war, konnte sich entspannt zurückziehen, mit Kollegen plaudern und auf den Aufruf zum nächsten Einsatz warten. Manche beobachteten aber auch gespannt die Spiele. «Am Turnier herrscht immer eine besondere Atmosphäre», meinte Martina Eng, eine Trainingskollegin von Sonja Hankh. «Es schauen fremde Leute zu und es ist sehr laut. Viele spielen deshalb nicht so gut wie sonst.»

Zeitplan setzt Grenzen

Christof Jauslin aus Aarau-Rohr liess sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Er ist ein geübter Spieler und hat bereits an vielen Plauschturnieren teilgenommen. Um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, hatte er seine eigenen Kugeln dabei und wollte sich gerne in der ersten Hälfte platzieren. Da sich das Turnier aber bis in die Abendstunden hineinzog, waren seinen Ambitionen Grenzen gesetzt, meinte er doch: «Ich kann nicht bis am Ende spielen, um sechs muss ich zuhause sein.»

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