Aarau
Roman Signers Ventilatoren sind auf der Zielgeraden

Seit rund dreieinhalb Jahren ist bekannt, was der Künstler Roman Signer im Bahnhof Aarau im Schilde führt. Nun kommt es beim Kunst-am-Bau-Projekt im Bahnhof Aarau nur noch auf die SBB an – nötig sind noch «ein paar technische Bemühungen».

Ueli Wild
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Kunst-am-Bau Bahnhof Aarau von Roman Signer

Kunst-am-Bau Bahnhof Aarau von Roman Signer

Die Ventilatoren werden den Gleisen entlang an der Bahnhofdecke aufgehängt.Ho

Die Ventilatoren werden den Gleisen entlang an der Bahnhofdecke aufgehängt.Ho

stefan adler

Alle Jahre wird das rote Kajak des Ostschweizer Künstlers Roman Signer im Aarauer Stadtbach beim «Roschtigen Hund» gewassert. Ein originelles Ritual, das seit anderthalb Jahrzehnten zum Aarauer Jahreslauf gehört. Darüber hinaus gabs diesmal aber echte – und ausserordentlich positive – Neuigkeiten: Roman Signers Kunst-am-Bau-Projekt im Bahnhof Aarau, so war zu erfahren, ist auf guten Wegen. Die Installation sei in Arbeit, verkündete Carlo Mettauer. Es brauche einzig noch «ein paar technische Bemühungen».

Seit rund dreieinhalb Jahren ist bekannt, was Signer im Bahnhof Aarau im Schilde führt. Geplant ist eine Konstruktion mit Ventilatoren, die zu drehen beginnen und sich bewegen, wenn ein Zug durchfährt. Die Idee, einen international renommierten Künstler wie Roman Signer zu engagieren, kam von der Kommission für Kunst am Bau im öffentlichen Raum des Kantons Aargau. Lange war jedoch die Frage offen, ob das Projekt realisiert werden und vor allem auch finanziert werden kann. Nun ist man einen grossen Schritt weiter gekommen.

Über den aktuellen Stand der Dinge genauestens Bescheid weiss Kaspar Hemmeler, Präsident der Kommission für Kunst im öffentlichen Raum. Eins stellt er auf Anfrage unmissverständlich klar: Die noch nötigen «technischen Bemühungen» gehen nicht den Künstler an, sondern die SBB. Konkret geht es um die Frage, wie die Ventilatoren ausgelöst werden – und ob die erforderliche Infrastruktur etwas kosten soll oder nicht. Die Idee ist bestechend; die acht paarweise an der Bahnhofdecke hängenden Ventilatoren werden mit dem Zugsinformationssystem der SBB verbunden, was eine Schnittstelle zu diesem Webservice für den Datenbezug nötig macht.

«Die Verhandlungen mit den SBB sind noch nicht abgeschlossen», stellt Hemmeler fest. Er sei mit dem Anliegen bis zur Konzernspitze der SBB gelangt. «Aber in den nächsten Tagen sollten wir erfahren, obs klappt oder nicht.» Er hofft, dass die SBB als Milliardenunternehmen das nötige Entgegenkommen zeigen und das Projekt ebenfalls unterstützen. Es gehe ja nicht um riesige Summen. Und andere Beteiligte wie etwa der Architekt würden ihren Beitrag gratis leisten.

Technisch habe Signer alles im Griff, unterstreicht Hemmeler. Und das Geld für die Installation selber sei beisammen. Lockergemacht haben dieses der Kanton, die Stadt, die Aargauer Kantonalbank und die IBAarau. «Wir haben das Gefühl», so Hemmeler, «dass der Bahnhof mit der Installation eines international bekannten Künstlers enorm aufgewertet wird.» Und davon könnten auch die Stadt Aarau und die SBB profitieren.

Vorausgesetzt, die SBB lenken ein, kann nach Hemmelers Worten damit gerechnet werden, dass sich die Installation im Spätsommer 2015 realisieren lässt. Der Aufbau vor Ort werde ein paar Tage in Anspruch nehmen, müsse doch beispielsweise die Bahnhofdecke geöffnet werden.

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