Aarau
Roman Signer: Züge sollen Kunst antreiben

Künstler Roman Signer plant eine Installation in der Bahnhofshalle. Der Ostschweizer Künstler Roman Signer stärkt seine Präsenz in Aarau. Seine Ausstellung «Strassenbilder und Super-8-Filme» wurde letzte Woche eröffnet.

Anna Wanner
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Schwebender Tisch bei Roman Signers Aktion

Schwebender Tisch bei Roman Signers Aktion

Keystone

Neben dem Kajak, das alljährlich im «Roschtigen Hund» gewassert wird, eröffnete das Aargauer Kunsthaus vergangene Woche eine Ausstellung zum Thema «Strassenbilder und Super-8-Filme» von Signer. In Planung ist ausserdem eine permanente Kunstinstallation des Künstlers in der Bahnhofshalle.

Die Idee für die «Kunst am Bau» stammt von der kantonalen Kommission für Kunst im öffentlichen Raum. Deren Aufgabe ist es, Kunst an öffentlichen Bauwerken zu fördern. Kommissionspräsident Nik Brändli erklärt: «Für jeden neuen kantonalen Bau ist im Budget ein sehr kleiner Teil für Kunst eingeplant.»

Ventilatoren bringen Bewegung

Dass die Kommission Roman Signer als Künstler für ein Werk im Bahnhof Aarau engagierte, sei unabhängig von der Ausstellung im Kunsthaus passiert, sagt er. «Wir suchten einen Künstler, der nicht statisch arbeitet, der nicht einfach eine Plastik in die Bahnhofshalle stellt.» Roman Signers Kunst sei «spielerisch» und «in Bewegung». Das passe bestens zum Bahnhof. Gesucht habe die Kommission einen Schweizer Künstler, sagt Nik Brändli weiter. «Ein Aargauer musste es nicht sein. Wichtig war nur, dass der Künstler nicht skulptural arbeitet.»

Unterdessen liegen erste Entwürfe vor. Roman Signer hält sich aber noch bedeckt und wählt seine Worte vorsichtig. Er wolle Missverständnisse vermeiden. Über sein bereits skizziertes Kunstwerk verrät Signer nur so viel: «Geplant ist eine Konstruktion mit Ventilatoren, die zu drehen beginnen und sich bewegen, wenn ein Zug durchfährt.»

Kraft der Argumente

Kunsthausdirektorin Madeleine Schuppli hat mit dem Künstler über das Projekt gesprochen und weiss, dass Signer begeistert ist von der Aufgabe. Die geplante Kunstinstallation, die auf die durchfahrenden Züge reagiert, findet Schuppli genial. «Signer ist ideal für das Projekt.» Und für die Stadt Aarau sei es ein grosser Gewinn.

Nur: Die Kommission für Kunst im öffentlichen Raum hat das Projekt noch nicht unter Dach und Fach gebracht. Der Bahnhof sei zwar ein öffentliches Gebäude, er gehöre aber nicht dem Kanton, erklärt Brändli. «Wir haben in diesem Fall keinen direkten Auftrag zu erfüllen.»

Das Bahnhofsgebäude ist zu einem Teil im Besitz der SBB. Zu einem anderen Teil gehört es Stockwerkeigentümern. Die Kommission steht laut Nik Brändli nun vor der schwierigen Aufgabe, «Kraft unserer Argumente» die Stockwerkeigentümer von Signers Kunstprojekt zu überzeugen.

Finanzierung steht noch aus

Unklar bleibt vorerst, wie das Kunstwerk finanziert werden soll. Die fünf Stockwerkeigentümer im Bahnhofsgebäude wurden bereits über die Pläne informiert.

Claudio Steffen, der für die SBB die Bewirtschaftung des Stockwerkeigentums betreibt, schwebt eine gemeinsame Finanzierung der Kunstinstallation vor. Er sagt aber auch: «Wie diese genau aussehen soll, ist noch nicht sicher.» Für Madeleine Schuppli ist indes klar, dass es «wirklich schade» wäre, wenn das Projekt an der Finanzierung scheiterte. «Aarau würde eine grosse Chance verpassen.»