Wildpark Roggenhausen

«Roggi» wäre für einen strengen Winter bestens gerüstet

Zwei Wärmelampen schützen junge Minipigs vor der Kälte. Falls Geissen und Schafe auch einmal im Winter werfen würden, bräuchten deren Junge ebenfalls eine solche Lampe.

Zwei Wärmelampen schützen junge Minipigs vor der Kälte. Falls Geissen und Schafe auch einmal im Winter werfen würden, bräuchten deren Junge ebenfalls eine solche Lampe.

Sonnenschein lockte gestern zahlreiche Besucher in den Wildpark Roggenhausen. Tierpfleger sind aber auch für kältere Tage vorbereitet: Jungtiere werden mit Bodenheizung oder Wärmelampen geschützt.

Die Wildtiere frieren im Winter dank ihrer dicken Felle nicht. Im Wildpark Roggenhausen bewegen sich die Tiere zwar in der Natur, sie leben trotzdem nicht gleich wie in der freien Wildbahn. Deshalb helfen die Tierpfleger nach, wenn es Junge gibt. Das Wildschwein zum Beispiel buddelt in der Wildbahn seinen Kleinen ein Nest und isoliert dieses. Im Tierpark kann es das nicht. Dafür ist im Wildschweinstall der Boden geheizt.

Nur Axishirsch ist nicht angepasst

Die Wildtiere in Roggenhausen haben sich den Jahreszeiten angepasst. Mufflons (Wildschafe), Rothirsche und Damhirsche paaren sich im Herbst. Die Brunftzeit der Steinböcke dauert manchmal bis im Januar. Die Jungtiere von Hirsch und Steinbock kommen dann im Frühjahr oder Sommer zur Welt.

Einzig der Axishirsch, der ursprünglich aus Sri Lanka stammt, gebärt das ganze Jahr über, wie Pia Weber sagt. Die Tierpflegerin vom Wildpark Roggenhausen erklärt, dass die Axishirschkühe ihre Jungen zwar im geschützten Stall gebären. «Man darf sie aber nicht aufscheuchen, sonst verstecken sie das Kleine irgendwo im Freien.» Dann bestehe die Gefahr, dass das Junge entweder erfriert oder vom Fuchs getötet wird.

Massnahmen bei sehr tiefen Temperaturen

Für die anderen Wildtiere müsse es schon richtig kalt werden, dass Erfrierungsgefahr bestehe. Laut Weber zähme der Wildpark die Tiere nicht. «Wenn sie krank sind, werden sie auch nicht mit Medikamenten aufgepäppelt», sagt Pia Weber. Es sei eben die Natur, mit der sie leben.

Nur wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, treffen die Tierpfleger Massnahmen. Pro Minusgrad unter Null erhalten die Tiere ein Prozent mehr Futter. Also bei minus zehn Grad kriegen die Tiere zehn Prozent mehr Futterkapseln. «In der Kälte brauchen sie auch viel mehr Energie», erklärt Weber. Ausserdem müsse die Wasserzufuhr gewährleistet sein: Die Leitungen dürfen nicht einfrieren.

Minusgrade und regenscheue Tiere

Wenn es regnet versteckt sich das Geflügel im Stall. Auch die Geissen mögen das schlechte Wetter nicht. «Sie verbringen dann den ganzen Tag drinnen. Das sieht man daran, wie dreckig es im Stall ist.» Laut Pia Weber trotzen die Menschen zunehmend dem Wetter. «Wenn es richtig schüttet, sind wir alleine», sagt sie. Sonst habe es immer Leute, die den Park besuchen. Gestern jedenfalls suchte man lange nach einem Parkplatz vor dem Wildpark.

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