Das Restaurant Sevilla an der Kirchgasse ist geschlossen. Knall auf Fall hat am Samstag die Austrinkete stattgefunden. «Die Beiz war voll», erzählt ein Aarauer, der regelmässig im «Sevi» anzutreffen war, selbst aber auch nur per Zufall von der Schliessung erfahren hat. «Aber es hat eine bedrückte Stimmung geherrscht, wie bei einer Beerdigung.»

Von einer bedrückten Stimmung kann am Montagmittag keine Rede mehr sein; frostig wäre wohl treffender. Hausbesitzer Beat Geser und Pächter Ali Isbert, die vor der Eröffnung im August 2013 noch voll des Lobes füreinander waren, haben sich anscheinend nichts mehr zu sagen. Schade sei es, aber besser so, sagt Isbert, der gerade den Gastraum putzt.

Zu den Gründen der kurzfristigen Kündigung sagt er nur: «Es gab Probleme.» Und Geser, der per Zufall vorbeikommt, winkt ab. Auf die Gründe und die brodelnde Gerüchteküche angesprochen, sagt er bloss: «Ich habe dazu nichts zu sagen.» Was genau die Probleme waren, darüber lässt sich nur spekulieren.

Seit Monaten hartnäckig hält sich aber das Gerücht, dass die einstige Stammkundschaft Mühe mit der türkischen Pächterschaft hatte und dem «Sevi» deshalb fernblieb. Ob das so stimmt und den Grund für das Zerwürfnis darstellt, blieb gestern unbeantwortet.

Lange geschlossen bleiben soll das «Sevilla» jedenfalls nicht. Nach ein paar Sanierungsarbeiten will Geser das Restaurant bereits diesen Herbst wieder eröffnen. Und auch die Familie Isbert will weiter wirten; im Restaurant Sonne in Unterkulm.

Das Wirtshausschild mit dem«Beluga»-Schriftzug hängt bereits.Iseli

Das Wirtshausschild mit dem«Beluga»-Schriftzug hängt bereits.Iseli

Durststrecke beendet

Eine Eröffnung steht auch in der Vorderen Vorstadt an. Noch gehen bei der Hausnummer 17 Handwerker ein und aus, doch das Datum für die Eröffnung des Restaurants Beluga steht: Am Dienstag, 14. Oktober, soll der Betrieb nach einer Durststrecke von rund zweieinhalb Jahren starten. Und zwar an historischem Ort, nämlich dort, wo sich früher im legendären «Chez Jeannette» tout Aarau traf.

Allerdings sieht man sich nicht einfach als direktes Nachfolgeunternehmen, sondern als einen Neuanfang. Deshalb ist aus dem «Jeannette» auch ein «Beluga» geworden. Das entsprechende Wirtshaus-Schild mit dem neuen Schriftzug hängt bereits über dem Eingang.

Eigentlich hätte das Restaurant bereits im Frühling eröffnet werden sollen. Doch die Total-Räumung der bisherigen Lokalität im Keller und im Parterre beanspruchte mehr Zeit als ursprünglich geplant.

Die Auflagen und Herausforderungen beim Umbau eines Hauses aus dem 18. Jahrhundert führten zu Verzögerungen. Doch jetzt hat das Warten ein Ende, was nicht zuletzt den neuen Inhaber und Geschäftsführer Urs Marrer freut.

Als Partner am Herd stehen wird Robin Dürlewanger, der in der Region wohlbekannt ist, war er doch zehn Jahre lang Küchenchef im renommierten Hotel Bären in Suhr. Gekocht wird «im mediterranen Stil mit teilweise asiatischem Einschlag», aber auf der Basis der «klassischen französischen Küche».