Aarau

Riesiger Effort nötig: Zukunftsraum-Skeptiker müssen fürs Referendum Klinken putzen

Diese Bögen wurden an alle Haushaltungen geschickt.

Diese Bögen wurden an alle Haushaltungen geschickt.

In Aarau hat die Unterschriftensammlung für eine Volksabstimmung begonnen. Das Komitee muss einen grossen Aufwand betreiben.

Der junge FDP-Einwohnerrat Matthias Zinniker macht sich keine Illusionen: «Dass wir die Unterschriften zusammenbringen, ist alles andere als sicher. Die Hürde ist hoch.» Bis zum 28. September muss die Gruppe, die auch in Aarau eine zusätzliche Volksabstimmung über das Gemeindefusionsprojekt Zukunftsraum erzwingen will, 1447 gültige Unterschriften (10 Prozent der Stimmberechtigten) sammeln – so viele wie noch nie für ein Referendum nötig waren, weil die Stadt gewachsen ist.

Dem 14-köpfigen Referendumskomitee gehören schwergewichtig bürgerliche Kommunalpolitiker (aktive und ehemalige) sowie Juristen und Unter­- nehmer an. Es geht ihnen darum, dass nicht nur in Suhr, Densbüren sowie Ober- und Unterentfelden, sondern auch in Aarau die Stimmbürger befragt werden, ob sie den Fusionsprozess, die Ausarbeitung der Verträge, weiterführen wollen. Sollte das Referendum zustande kommen, wäre die Volksabstimmung am 29. November.

«Wir müssen noch viel erklären»

«Die Leute finden es gut, dass die Unterschriftensammlung stattfindet», sagt Matthias Zinniker nach den ersten Haus-zu-Haus-Sammlungen. Die Reaktionen seien mehrheitlich positiv. «Es unterschreiben nicht nur Gegner.»

Ähnliche Erfahrungen hat SVP-Einwohnerrätin Susanne Heuberger gemacht. Sie sagt aber auch: «Das Thema ist bei vielen Leuten noch weit weg. Die Meinungsbildung steckt erst in der Anfangsphase. Wie müssen noch viel erklären.» Erschwerend seien die Auswirkungen von Corona. Insbesondere fehlten grössere Anlässe, an denen gut gesammelt werden könnte. «Corona macht es noch schwieriger», sagt Susanne Heuberger, die schon 2013 beim letzten erfolgreichen Referendum dabei war. Damals standen 2,4 Millionen Franken für die Aufwertung des Aareraums Ost zur Diskussion. Beim zweitletzten Referendum, bei dem genügend Unterschriften zusammenkamen, ging es um das Stadion – weil damals Rohr noch nicht zu Aarau gehörte, genügten etwa 1100 Unterschriften.

Statt zehn haben viele Bögen nur zwei Unterschriften

Das Komitee hat letzte Woche an alle Haushalte Referendumsbögen verschicken lassen, was gegen 4000 Franken gekostet hat. Der Rücklauf ist laut Heuberger erfreulich, auch wenn viele Bögen nur eine oder zwei Unterschriften haben. «Wir sind hoffnungsvoll gestartet», sagt Heuberger. Aber der Weg ist noch lange. Damit das Komitee stets weiss, wie stark der Effort noch sein muss, macht es von der Möglichkeit Gebrauch, die Unterschriften gestaffelt bei der Stadt abzugeben. Schon nächste Woche will es die ersten abliefern. Heuberger ist verhalten optimistisch. Sie sagt: «Wenn man von einer Sache überzeugt, ist, geht man an die Säcke.»

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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