Aarau/Schönenwerd
Riesenbaustelle: An dieser Strasse müssen Autofahrer Geduld tanken

Auf der Hauptstrasse H5 zwischen Schönenwerd und Aarau müssen sich die Autofahrer schon bald mit Geduld wappnen – und das gleich für ein paar Jahre.

Christian von Arx
Merken
Drucken
Teilen
Zum Auftakt wird der Belag auf der Hauptstrasse zwischen Aarau und Schönenwerd ersetzt.

Zum Auftakt wird der Belag auf der Hauptstrasse zwischen Aarau und Schönenwerd ersetzt.

Christian von Arx

Nächsten Monat beginnt der Kanton Solothurn mit der Belagserneuerung auf einem Abschnitt ausserhalb von Schönenwerd. Nächstes Jahr beginnt die Instandsetzung der Überführung Schachenstrasse in der Wöschnau, und der Kanton Aargau baut die Busspur für die Aarauer Pförtneranlage. Ebenfalls 2015 starten die SBB mit den Arbeiten am Eppenbergtunnel, dessen Zufahrten in Gretzenbach und in der Wöschnau die Kantonsstrasse unterqueren: Dieses Grossbauwerk dauert bis 2020.

Strassenbauarbeiten zum Auftakt

Als Erstes stehen Strassenbauarbeiten auf der Aarauerstrasse in Schönenwerd an. Von der Einmündung Stiftshaldenstrasse an Richtung Wöschnau, auf einem Abschnitt von 400 Metern im Bereich der Lärmschutzwände, baut der Kanton Solothurn einen neuen Belag ein und saniert die Entwässerung. Dazu müssen Gräben geöffnet und Leitungen verlegt werden. Eine Umleitung ist nicht möglich. Der Verkehr kann nur noch einspurig geführt werden und wird mit einer Lichtsignalanlage geregelt, was in den Stosszeiten zu längeren Staus führen wird. Fussgänger und Radfahrer Richtung Aarau werden über Stauwehrstrasse und Grabenweg auf den Radweg der Gegenrichtung umgeleitet.

Die Sanierung wird in drei Etappen von jeweils etwa 130 Metern unterteilt, damit die Wartezeit vor der Ampel nicht zu lang wird. Die Arbeiten beginnen Anfang September (das genaue Datum steht noch nicht fest), werden in den Wintermonaten unterbrochen und im Februar/März 2015 wieder aufgenommen. Bei guter Witterung sollte die Verkehrsbeschränkung vor Sommeranfang 2015 vorbei sein.

«Der Termin dieser Arbeiten ist eng mit den SBB koordiniert», erläutert Peter Portmann, der zuständige Leiter Projektmanagement im Solothurner Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT). «Wir müssen das machen, bevor der Bau des Eppenbergtunnels beginnt. Der Zustand von Belag und Entwässerung ist zu schlecht, als dass wir noch sechs Jahre warten könnten.» Und während des Tunnelbaus sollen nicht zusätzliche Behinderungen hinzukommen.

Ebenfalls 2015 realisiert der Kanton Solothurn einen ersten Teil der Sanierung der SBB-Überführung Schachenstrasse in der Wöschnau. Diese Strassenbrücke Richtung Aarauer Schachen ist bald 40-jährig. Der zweite Teil der Brückensanierung ist erst für 2018/19 geplant, in Koordination mit den Arbeiten am Eppenbergtunnel. Noch weiter östlich in der Wöschnau, zwischen der Einmündung Eppenbergstrasse und der Kantonsgrenze Solothurn/Aargau, folgt in den Jahren 2015/16 der Bau der Busspur vor dem künftigen Lichtsignal für die Pförtneranlage der Stadt Aarau. Die Busspur ermöglicht, dass die Busse von Gretzenbach nach Aarau fahrplanmässig zirkulieren können, auch wenn der Pförtner den Individualverkehr vor den Toren Aaraus stoppt und dosiert.

Diese Arbeiten können jetzt konkret geplant werden, weil kürzlich die letzte Beschwerde am Bundesgericht abgewiesen worden ist. Die Pförtneranlage ist ein Vorhaben des Kantons Aargau, das auch von diesem finanziert wird. Der Kanton Solothurn zahlt einzig die gleichzeitige Belagserneuerung auf diesem Abschnitt der Hauptstrasse in der Wöschnau, wie Peter Portmann erläutert.

Grossprojekt Eppenbergtunnel

In einer andern Dimension als diese Strassenbauarbeiten der beiden Kantone bewegt sich das Grossprojekt Eppenbergtunnel der SBB. Als offiziellen Baubeginn nennt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi nach wie vor «Frühjahr 2015». Je nach Verlauf des Bewilligungsverfahrens könnten die Vorbereitungen für den Installationsplatz in der Wöschnau schon früher beginnen. Ebenso wie beim Portal Gretzenbach wird die Zufahrt zum neuen Eppenbergtunnel auch in der Wöschnau die Kantonsstrasse H5 unterqueren. Laut Peter Portmann wird das künftige Trassee der Hauptstrasse auf einem Abschnitt etwa im Bereich des Waldes zwischen Schönenwerd und Wöschnau rund zwei Meter höher zu liegen kommen als heute und weiterhin auf der Hangseite einen Radweg direkt neben der Strasse aufweisen.

Was das alles für die Autofahrer zwischen Aarau und Schönenwerd bedeutet, lässt die Antwort von SBB-Sprecher Pallecchi erahnen, der bezüglich der Kantonsstrasse von «umfangreichen baulichen Massnahmen» und «umfangreichen Provisorien» spricht. Bauprogramm und Verkehrsführung würden zusammen mit dem Kanton Solothurn erarbeitet.