Buchser Amokschütze

Richter wollen Fall abgeben - sie stehen auf der Todesliste des Amokschützen

Amokschütze von Buchs

Amokschütze von Buchs

Weil sie auf der Todesliste des Buchser Amokschützen standen, stellten Bezirksrichter ein Ausstandsbegehren wegen Befangenheit. Wann sich der Amokschütze vor Gericht verantworten muss, ist noch unklar.

Neuigkeiten im Fall des Buchser Waffenfanatikers: Das eigentlich für die juristische Beurteilung zuständige Bezirksgericht Aarau hat ein Ausstandsbegehren wegen Befangenheit gestellt. Und dies nicht von ungefähr: Zu den «anvisierten Opfern» des Buchsers, der eine Todesliste für Exponenten aus Justiz, Polizei und Verwaltung angefertigt und sich im November 2008 einen Schusswechsel mit der Polizei geliefert hatte, figurierten auch Mitglieder des Bezirksgerichts. Über das Begehren zu entscheiden hat die Inspektionskommission des Obergerichts.

Sogar ausserkantonale Richter?

Doch das ist noch nicht alles: Die Kommission hat auch über ein vom Buchser Amokschützen eingereichtes Begehren zu befinden. Urs Oswald, sein Rechtsanwalt, fordert darin nicht nur den Antrag des Bezirksgerichts gutzuheissen, sondern «die Beurteilung der zu erwartenden Anklage» sei einem ausserkantonalen Gericht zu übertragen. «Ideal wäre aber eine Verlegung des entsprechenden Prozesses weitab vom Kanton Aargau», so Urs Oswald. Möglich seien Justizbehörden eines Kantons in der Ostschweiz oder aber im Wallis.

Der Rechtsanwalt führt in diesem Zusammenhang weiter aus, dass nicht nur die Aarauer Bezirksrichter oder ebenfalls auf der Liste aufgeführte Mitglieder des Obergerichts befangen seien, sondern «sämtliche Präsidentinnen und Präsidenten der übrigen aargauischen Bezirksgerichte». Durch die Solidarität unter den Richtern, die er «keineswegs negativ» versteht, könne sein Mandant aber «nie und nimmer Unbefangenheit» erwarten.

Wann sich der Schweizer vor Gericht verantworten muss, ist noch unklar. Die Liste der Delikte im Verfahren ist lang: versuchte vorsätzliche Tötung, strafbare Vorbereitungshandlungen zu mehrfachem Mord, Gefährdung des Lebens und Herstellung von Sprengstoff und Gefährdung durch Sprengstoff in verbrecherischer Absicht.

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