Aarau
Rettet die Tulpen – sonst verschwinden sie bald vom Bahnhofplatz

Plädoyer für die Farbtupfer auf dem Bahnhofplatz in Aarau. Trotz des teuren, anspruchsvollen Unterhalts sollten die Plastiksitze stehen bleiben.

Urs Helbling
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Die Tulpen geben dem Bahnhofplatz das gewisse Etwas. Sie sind ein Hingucker.
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Tulpen am Bahnhof Aarau sollen bleiben
Zwischen dem «Aarauerhof» und der AKB wurden die ersten Tulpen ersetzt.

Die Tulpen geben dem Bahnhofplatz das gewisse Etwas. Sie sind ein Hingucker.

Chris Iseli

Was ist schöner, die roten Tulpen oder die grauen Zylinder? Die raffinierten Plastikstühle mit dem holländischen Design oder die gedeckelten Rohre aus einem Betonwerk?

Es ist genau fünf Jahre her, seit auf dem Aarauer Bahnhofplatz die ersten Tulpen zum Probesitzen aufgestellt wurden. Wie fast alles, was über und auf dem Platz hängt und steht, gaben auch die «Tulpi» viel zu reden.

Doch die Aarauer gewöhnten sich an die Farbtupfer – auch wenn sie sich über die Menschen ärgern, die dort sitzen. Weil es oft benebelte Randständige oder gelangweilte Immigranten sind. Doch diese gehören zum Mikrokosmos Bahnhofplatz. Sie waren auch immer schon da. Man erinnere sich nur an die italienischen Saisonniers.

Die Aarauer haben ihren neuen Bahnhof lieb bekommen. Viele möchten die Bahnhofuhr, die Wolke, die Tulpen nicht mehr missen. Doch Letztere sollen jetzt nach und nach verschwinden. Die ersten vier sind schon weg.

Sie werden jetzt als Ersatzteil-Lager benützt. Denn, so erklärte der Stadtbaumeister im November: «Wir mussten leider erkennen, dass die Tulpensitze zu wenig robust sind für diesen exponierten Einsatzort.» Vielleicht waren die Reparaturen auch einfach zu teuer. Die Stadt spart – und wird ein bisschen grauer. Der Farbtupfer wird fehlen.

Was meinen Sie? Schreiben Sie an aarau@aargauerzeitung.ch

Aarau ab Montag ganz im Zeichen von Blumen

Keine andere kulturelle Veranstaltung in Aarau zieht derart viele Besucher an wie die Ausstellung «Blumen für die Kunst». Sie wurde letztes Jahr von 16 484 Personen besucht – so vielen wie noch nie.

Kommende Woche findet sie bereits zum fünften Mal statt. Vernissage ist am Montag um 18 Uhr. Vierzehn Floristen werden mit ihren floralen Kreationen Werke von Grössen wie Ferdinand Hodler interpretieren.

Eine interessante Frage ist immer, wen die beiden Veranstalter, das Aargauer Kunsthaus und der Verein «Flowers to Arts», einladen. Dieses Jahr sind zwei Aargauer Floristen dabei – aber keiner aus dem Einzugsgebiet der Stadt. Immerhin darf Antoinette Baumberger (31), die neue Mitbesitzerin des Blumenhauses Linder an der Bahnhofstrasse, die Blumenkreation im Foyer machen.

An der Ausstellung selber dürfen Urs Iten (Wettingen) und Ondrej Vystrcil (Bremgarten) mitwirken. Der 44-jährige Urs Iten betreibt seit 2000 den Blumenladen Toscanini. Er war schon letztes Jahr bei «Blumen für die Kunst» mit dabei. Der Tscheche Ondrej Vystrcil (30) ist ein Weltenbummler. Er ist Meisterflorist bei T&O Meisterfloristen in Bremgarten.

Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag jeweils zwischen 10 und 20 Uhr geöffnet (Eintritt: Erwachsene 20 Franken; Inhaber eines Museumspasses oder Raiffeisenbank-Mitglieder nur 5 Franken). Zwischen 9 und 10 Uhr gibts jeweils eine «Special-Hour» mit limitierter Besucherzahl, aber auch erhöhtem Eintrittspreis (30 Franken, Vergünstigungen nur für Mitglieder des Aargauischen Kunstvereins).

Erfahrungsgemäss empfiehlt es sich, die Ausstellung in den ersten Tagen zu besuchen (wegen des Anstehens). Auf dem Dach des Kunsthauses wird ein Zelt, das Blumen-Bistro, mit durchgehend warmer Küche aufgestellt. (uHg)