«Ich habe eine schwere Zeit hinter mir.» Das sagt der 75-jährige Rentner gegenüber «blick.ch», mit dessen Auto zwei 14-jährige Girlies Anfang April nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei in Solothurn in einen Baum prallten. 

«Sara luchste mir gut 350'000 Franken ab», erzählt der pensionierte Wittwer über einen der beiden Teenager. Heute wohnt er nicht mehr im Mietblock, in dem Saras Familie nach wie vor lebt. 

Nach dem Unfall stellte sich heraus, dass Sara die Anführerin einer Girlie-Gang war. Dank fremdem Geld lebten sie auf grossem Fuss, kauften sich Luxusartikel und spendierten Champagner-Magnumflaschen in einer Disco in Rümlang ZH. Für den Senior war das zu viel: «Nach ihrer Verhaftung versuchte ich, mich an einem Tag dreimal umzubringen.»

14-jähriges Mädchen verunfallt mit Auto nach Flucht vor Polizei

14-jähriges Mädchen verunfallt mit Auto nach Flucht vor Polizei (5. April 2015)

Er erzählt auch, wie die junge Somalierin Sara ihn um das Vermögen nach und nach erleichterte. «Als Sara mir vor ein paar Monaten im Treppenhaus erzählte, dass ihr Vater sie schlage, hatte ich Mitleid. Sie drückte auf die Tränendrüsen. Ich wurde weich.»

Später habe sie ihm erzählt, dass sie Geldprobleme haben, ebenso Verwandte in Kanada – wegen Arztrechnungen. Er habe ihr Bargeld geliehen. «Sie versprach hoch und heilig, es zurückzuzahlen.» Doch Sara wollte, so seine Version, «immer wieder, immer mehr Geld. Ich glaubte ihr», so der 75-Jährige. «Ich hätte nie gedacht, dass Sara mich so übers Ohr hauen würde.»

Die Hintergründe zur Strolchenfahrt zweier 14-jähriger Teenager.

Die Hintergründe zur Strolchenfahrt zweier 14-jähriger Teenager. (6. April 2015)

Auch beim Alter habe das Mädchen gelogen. Sie gab ihm gegenüber vor, sie werde bald 19 Jahre alt. «Sie sah nicht aus wie 14 und umschmeichelte mich.» Hat sie nicht etwa für ihn gestrippt, wie kolportiert worden war? «Da lief nichts», sagt er.

Der Rentner richtet auch einen Vorwurf an ihre Mutter: Diese habe mitgespielt und ihm bestätigt, dass die Verwandten in Not seien.

Vor jener Strolchenfahrt hat er Sara das Auto geliehen – das gibt er zu. «Sie sagte, dass sie ihren Onkel am Flughafen Basel abholen wolle. Er habe auch mein Geld dabei. Als ich sie nach ihrem Fahrausweis fragte, antwortete sie, der sei im Handtäschli der Tante.» Für seine Gutgläubigkeit dürfe man ihn verurteilen, meint er.

Teenagerinnen sollen Rentner abgezockt haben

Teenagerinnen sollen Rentner abgezockt haben (11. April 2015)

Mittlerweile ist er umgezogen, nach Buchs. Sein Geld möchte er zurück, wobei er anfügt: «Aber das kann ich wohl vergessen.» 

Gegen den Senior und Halter des Unfallautos läuft ein Ermittlungsverfahren. Gegen Sara und ihre Schwester läuft ein Verfahren wegen Vermögensdelikts. Die Aargauer Staatsanwaltschaft will nach Abschluss des Verfahrens über den Fall informieren.