Berufsbildung

Rektor zum Regierungsentscheid: «Gute Lösung für das KV Aarau»

«Jetzt müssen wir das Beste daraus machen», sagt Erich Leutenegger, Rektor der Handelsschule KV Aarau.

«Jetzt müssen wir das Beste daraus machen», sagt Erich Leutenegger, Rektor der Handelsschule KV Aarau.

Aus Lenzburg, Zofingen (je KV) und Baden (Pharmaassistenten) gibts neue Schüler für die Handelsschule KV Aarau.

Erich Leutenegger ist seit dem Jahr 2000 Rektor der Handelsschule KV Aarau. Er hat schon einige politische Kämpfe um die Berufsschulen miterlebt. Aber auch schon grosse Projekte realisiert: etwa die 17,5 Millionen teure Sanierung des stadteigenen Pestalozzischulhauses. In den letzten Wochen fand im Rahmen des Projektes «Berufsfachschulen» ein intensives Seilziehen um die Schüler an verschiedenen Berufsfachschulen im Kanton statt. So wäre auch die kaufmännische Abteilung der Berufsschule Zofingen am liebsten selbstständig geblieben. Oder allenfalls ein Aussenstandort von Aarau geworden (analog von Brugg zu Baden).

Doch am Schluss entschied sich der Regierungsrat für das, was Leutenegger als «eine insgesamt gute Lösung» bezeichnet. Für die Schliessung von Zofingen mit der Verlegung der KV-Schüler nach Aarau und der Schliessung der KV-Schule Lenzburg-Reinach, verbunden mit einer weitgehenden Verlegung der Schüler nach Wohlen und nach Aarau (Schüler aus dem Wynental). «Das ist eine gute Lösung für das KV Aarau. Und es ist langfristig auch das Beste für die Schüler und Lehrpersonen», erklärt Leutenegger. «Es ist ganz wichtig, dass jetzt nach dem politischen Entscheid alle Beteiligten wieder aufeinander zugehen und sich für pragmatische Lösungen im Interesse des ganzen Berufsbildungssystems im Aargau einsetzen.

Mediamatiker gehen weg

Die Handelsschule KV Aarau hat aktuell 1443 Schüler. Schon länger ist klar, dass das KV Aarau die Mediamatiker, die es seit 25 Jahren in Zusammenarbeit mit der Berufsschule Aarau (BSA) ausbildet, wird an die Berufsbildung Baden BBB abgeben müssen. Damit gehen insgesamt 150 Schüler weg – in Jahrgangsetappen ab dem Sommer 2019. Ebenfalls klar ist, dass die Detailhandelsabteilung (Verkäufer) in den letzten Jahren stark geschrumpft ist. Innerhalb von sechs Jahren gingen acht Klassen verloren.

Dank des gestern kommunizierten Entscheids des Regierungsrates kommen in Aarau etwa 200 KV-Schüler aus Zofingen dazu. Und 60 bis 70 aus dem Wynental (KV Reinach). Am KV Aarau wird zudem die Ausbildung der Pharmaassistentinnen konzentriert. Aus Baden werden drei Klassen (jedes Jahr eine, insgesamt etwa 70 Schüler) in die Kantonshauptstadt verschoben.

Genügend Platz vorhanden

Das KV Aarau wird ab dem Sommer 2020 etwa 1600 Schüler haben. Kapazitätsprobleme gibt es deswegen nicht. «Wir hatten vor acht Jahren 1637 Schüler. Das war der absolute Höhepunkt», erklärt Leutenegger. Um wie viele Stellenprozente der Lehrkörper anwachsen wird, weiss er noch nicht. «Ich denke, dass es rund 20 Lehrpersonen sein werden», sagt Leutenegger. Die allermeisten dürften Teilzeitpensen haben.

Als nächstes folgen zahlreiche Gespräche mit den Schulleitungen und den Schulvorständen der aufzulösenden KV-Schulen. Sehr schnell will Leutenegger auch auf die Lehrmeister in der Region Zofingen und im Wynental zugehen. Es soll verhindert werden, dass nach den emotionalen Diskussionen der letzten Wochen Lehrstellen verloren gehen. «Jetzt müssen wir das Beste daraus machen – und das vor allem im Interesse der Lernenden», so Leutenegger.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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