Aarau

Rekord: Noch nie hatte die «Höhere Fachschule für Theologie, Diakonie und Soziales» TDS so viele Studierende

Der verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit, Matthias Ackermann, Geschäftsführerin Maya Künzle und Hausverwalter Marcel Kempter (v.l.) im neuen «Raum der Stille» der Schule TDS Aarau.

Der verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit, Matthias Ackermann, Geschäftsführerin Maya Künzle und Hausverwalter Marcel Kempter (v.l.) im neuen «Raum der Stille» der Schule TDS Aarau.

Die Aarauer Schule feiert dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Sie ist die schweizweit die grösste Ausbildungsstätte im Bereich Sozialdiakonie.

Es sind gleich mehrere Meilensteine, die die TDS Aarau derzeit feiern darf: das 60-Jahr-Jubiläum, die bevorstehende staatliche Anerkennung ihres Studiengangs und die räumliche Erweiterung der Bildungsstätte. Angefangen hatte die damalige «Schweizerische Evangelische Bibelschule» 1960 mit vier Studierenden.

Seit letztem Sommer sind es 104 – plus 43 Gaststudierende, die aus der ganzen Deutschweiz in die Schule nahe beim Bahnhof pendeln. «Vom Rheintal bis Murten hatten wir bereits Studierende», sagt Matthias Ackermann, der Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit der Schule.

TDS Aarau ist heute die grösste Ausbildungsstätte des Landes im Berufsfeld der Sozialdiakonie. Noch nie gingen so viele Studierende dort ein und aus. «Die wachsenden Anmeldezahlen machen Mut, die neuen Räume mit Leben zu füllen», schreibt Konrektor Felix Studer in einer Mitteilung.

Mit Anerkennung des Berufstitels Gemeindeanimation HF nach vier Jahren Pilotphase kommt auch ein neuer Name für die Schule: Aus dem «Theologisch-Diakonischen Seminar» wird die «Höhere Fachschule für Theologie, Diakonie und Soziales». Bei der TDS Aarau kann man sich ausbilden lassen etwa in Gemeindeanimation oder Sozialdiakonie.

Berufsfelder sind unter anderem auch Sozial- oder Jugendarbeit, mit oder ohne christlich-evangelischen Hintergrund. Entsprechende Stellenangebote prangen an einem Anschlagbrett. Die Nachfrage nach den Studiengängen der TDS ist mit der staatlichen Anerkennung und den nun tieferen Studiengebühren massiv angestiegen.

Die Schule brauchte mehr Platz: 450 Quadratmeter, um genau zu sein. In weiser Voraussicht hatte die Schulleitung im Jahr 2004 Räume im angrenzenden Gebäude erworben und bisher vermietet gehabt, «falls wir mal mehr Platz brauchen», wie die Schule schreibt. In den letzten sechs Monaten wurden diese Raumreserven nun «ausgehöhlt bis auf die Stützpfeiler», erzählt Hausverwalter Marcel Kempter vor Ort.

Neue Wände wurden eingebaut entsprechend den Bedürfnissen der Schule. Ein an der Wand gemalter Reissverschluss symbolisiert heute die Verbindung der älteren, 1992 erbauten Schulräume mit den neuen, eindeutig moderneren Bereichen mit hellgrünen Elementen und viel Tageslicht. Es entstanden neue Klassenzimmer mit digitalen Wandtafeln, Stühle, die nach hinten lehnen, und Tische mit Rädern, darunter auch einzelne, die man hochstellen kann, um während des Unterrichts zu stehen.

Dazu wurde ein neuer Pausenbereich errichtet mit Teeküche, Sitzungszimmer für Gruppenarbeiten und zwei Ruheräume mit Betten für die nötige Erholung zwischendurch. Die Studierenden hatten dies in einer Befragung erwünscht. Das wohl markanteste unter den neuen Zimmern ist aber klar der «Raum der Stille» – eine Art Hauskapelle mit sogar leicht akustischem Widerhall.

Der von der Aargauer Künstlerin Anita Sieber Hagenbach gestaltete Raum ist für eine spirituelle Entspannung gedacht und lädt zum Gebet ein. Mit simplen Mitteln wurden die Fenster nach aussen sowie die gläserne Innenwand gestalterisch bedeckt. Das Blau symbolisiert das Wasser. In goldener Handschrift auf einem roten Kreis steht ein Bibelvers geschrieben. Es ist der einzige der neuen Räume mit einer etwas sakralen Atmosphäre.

Heiner Studer war über 20 Jahre Präsident

Der Umbau ging in nur sechs Monaten reibungslos über die Bühne, wohl auch weil die Architekten dieselben waren, die schon beim Bau des Hauses 1992 mitgewirkt hatten und es deshalb gut kannten. Die neuen Räume erfüllen die Schulraumnormen für die angestiegene Zahl Studierender und erlauben nun den professionellen Betrieb als Höhere Fachschule.

Die Rückmeldungen der Studierenden sei durchweg positiv. «Das gibt uns einen tollen Schwung», sagt Geschäftsführerin Maya Künzle. Seit letztem Mai hat die Schule auch einen neuen Präsidenten: Auf alt Nationalrat Heiner Studer folgte nach über 20 Jahren der Buchser EVP-Einwohnerrat Ueli Frey.

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