Er sass acht Jahre lang für die FDP im Grossen Rat, ist seit fast zwanzig Jahren Gemeindepräsident von Suhr: Beat Rüetschi (65) hat manchen Sturm erlebt. Auch im Kampf um die Kunsteisbahn Aarau (Keba).

Ab 2005 war er Vorstandsmitglied der damaligen Keba-Genossenschaft. In seiner Funktion als Präsident der Keba-Standortgemeinde Suhr hatte er es immer wieder mit den Einsprechern zu tun.

Bei der Eröffnung der totalsanierten Anlage im November war Beat Rüetschi der Einzige, der das drohende Unheil antönte, indem er an die Toleranz der Anwohner appellierte. Mitte Februar, auf dem Höhepunkt des Keba-Skandals, erklärte der FDP-Politiker: «Wir haben doch nicht über 20 Millionen Franken investiert, um die Öffnungszeiten zu reduzieren.»

«Wir wollten ein Zeichen setzen»

Der Fall Keba – er war in Suhr Chefsache. Doch die Zeiten sind vorbei. Rüetschi hat das Dossier an Gemeinderat Thomas Baumann (56, «Zukunft Suhr») abgegeben – nicht ganz freiwillig. «Im Einwenderverfahren wurde er als befangen bezeichnet», erklärte gestern Thomas Baumann der az. Der Gemeinderat habe den Dossierwechsel ohne juristische Abklärungen vorgenommen. «Wir wollten ein Zeichen setzen», so Baumann. Die Einsprecher hatten nicht goutiert, dass Rüetschi dem Vorstand der Keba-Genossenschaft angehört hatte. Warum ist nicht Vizeammann Marco Genoni (54, «Zukunft Suhr») eingesprungen? Auch er ist mit der Keba verbandelt – als Verwaltungsrat der heutigen Keba-Aktiengesellschaft.

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Keba Aarau: Behördenschlamperei? (15. Februar 2017)

Seit November ist die neu sanierte Kunsteisbahn Aarau in Betrieb. Wegen einem Planungsfehler drohen der Anlage nun eingeschränkte Öffnungszeiten.

Entscheid statt im März im Mai

Im Moment wird mit Hochdruck an der Behebung der Fehler gearbeitet, die 2010 im ersten Baubewilligungsverfahren gemacht worden sind. Es ging um die Öffnungszeiten (Schliessung bereits um 16.30 Uhr und Saisonbeginn im Oktober). 2011 versuchte der Gemeinderat Suhr, die Betriebszeiten ohne Baugesuch zu verlängern (bis 23.30 Uhr). Das wurde aber von der kantonalen Beschwerdeinstanz vereitelt.

Über drei Jahre später wurde das zweite Baubewilligungsverfahren (zweiteilig: einerseits Keba, andererseits Fussballplätze) gestartet. Im August 2016 fand eine erste Einwenderverhandlung statt (unter Leitung von Genoni – Rüetschi war in den Ferien). Allerdings wurde – für Aussenstehende unverständlicherweise – nur einer der mehreren Dutzend Einsprecher eingeladen. Mitte Februar stellte Rüetschi die zweite Baubewilligung (Betriebszeiten) für den März in Aussicht. Wenn nichts dazwischenkommt, wird sie in zwei Wochen, also noch im Mai, erteilt.

Zwischenzeitlich ist die Einspracheverhandlung mit allen Einwendern nachgeholt worden – am 26. April unter der Leitung von Thomas Baumann.

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«Eine Katastrophe – vor allem für die Jungen» (16.2.2017)

An einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz am Donnerstagnachmittag verkündeten die Verantwortlichen das Keba-Lichterlöschen. Im Beitrag von «Tele M1» sagen auch Einsprecher, worum es ihnen geht. 

«Vorsaisonale Nutzung unbestritten»

Noch immer in der Auflagephase (bis 22. Mai) ist das dritte Baugesuch, bei dem es um die Lüftung geht. Ein viertes Baugesuch wird ab Freitag aufgelegt. Darin geht es um den Saisonbeginn im August und die Hockey-Nutzung des Aussenfeldes. Während die ersten drei Baugesuche von der Stadt Aarau eingereicht worden sind, stammt das vierte jetzt von der Keba. Sie ist künftig juristisch für die Betriebszeiten zuständig – muss also die Suppe auslöffeln, die ihr andere, etwa der Totalunternehmer, eingebrockt haben.

Am Montag fand ein Informationsanlass zum vierten Baugesuch statt. Laut Gemeinderat Baumann haben etwa zwanzig Personen daran teilgenommen. Der Anlass sei relativ positiv verlaufen. «Die vorsaisonale Nutzung ist unbestritten.» Es werde anerkannt, dass es dank der neuen Halle keine Lärmemissionen gebe. Unbestritten sei auch die Nutzung des Aussenfeldes für das Schuleishockey (7.30 bis 17.30 Uhr).

Die Keba Aargau feiert grosse Eröffnung

Die Keba Aargau feiert grosse Eröffnung (20. November 2016)

Zwei Abstimmungen hat es benötigt, bis der Umbau erfolgen konnte. Früher als geplant, feiert die Kunsteisbahn Aarau ihre Eröffnung.