Reinach
«Die Verbindung zum Kanton darf man nicht unterschätzen»: Bruno Rudolf kandidiert in Reinach als Gemeindeammann

Seit 2002 sitzt Bruno Rudolf (54,SVP) im Reinacher Gemeinderat, seit 12 Jahren als Vizeammann. Jetzt setzt er zum Sprung an die Spitze an: Er kandidiert für die Wahlen am 26. September als Ammann.

Natasha Hähni
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Gemeindeammann-Kandidat Bruno Rudolf mit Hündin Aimy.

Gemeindeammann-Kandidat Bruno Rudolf mit Hündin Aimy.

Valentin Hehli / WYS

Schon vor vier Jahren habe er sich überlegt, als Gemeindeammann zu kandidieren. Gegen einen bestehenden Ammann anzutreten, wäre aber nicht in Frage gekommen. «Für mich ist das Respektsache», so Bruno Rudolf. Der 54-Jährige ist seit 12 Jahren Reinachs Vize-Ammann.

Jetzt kandidiert er erstmals für das Amt, das Martin Heiz über mehr als drei Jahrzehnte ausübte. «Als Martin Heiz Gemeindeammann wurde, war er Grossrat», so Rudolf. Er selber sitzt seit 2013 für die SVP Kulm ebenfalls im Grossen Rat. Ein grosser Vorteil für sein Wunschamt, erklärt der Hobbyschütze: «Die Verbindung zum Kanton darf man nicht unterschätzen.» Wenn mal etwas nicht wunschgemäss für die Gemeinde laufe, so könne er von den vielen Kontakten, die er in Aarau geknüpft hat, profitieren.

Zudem würden 20 Jahre im Gemeinderat auch auf Gemeindeebene helfen: «Ich denke, ich kann den Aufwand gut einschätzen. Der Ammann war auch schon in den Ferien», so Rudolf, der als Vize jeweils eingesprungen ist. Thematisch war ihm meist das Ressort Bildung unterstellt.

«Ich weiss also, welche Probleme wir in unseren Schulen haben»

Rudolfs Sohn (19) hat in Reinach alle Schulen durchlaufen und dieses Jahr seine Lehre abgeschlossen. «Ich weiss also, welche Probleme wir in unseren Schulen haben», sagt er. Eines der grössten sei, dass viele Kinder beim Schuleintritt nicht richtig Deutsch sprechen. Diesbezüglich neue Projekte in die Wege zu leiten, steht zurzeit aber nicht auf seiner Liste. «Es wird schon sehr viel gemacht.»

Konkret bezieht sich Rudolf unter anderem auf das vom Regierungsrat beschlossene Pilotprojekt «Deutschförderung vor dem Kindergarten». Im Rahmen des Programms werden noch bis 2024 in ausgewählten Gemeinden – eine davon Reinach – Kinder im Vorschulalter gefördert und Erkenntnisse gesammelt. Nach der Testphase soll eine kantonale Gesetzesgrundlage dazu gebildet werden. «Bis die Pilotphase abgeschlossen ist, sehe ich da keinen Handlungsbedarf», so Rudolf.

Politik ist seit der Jugend Priorität

Handeln müsse man in Reinach im Moment vor allem beim Thema Steuern und Finanzausgleich: «Mittelfristig muss das Ziel sein, die Steuern zu senken.» Grundsätzlich wolle er die Schwerpunkte für den Gemeinderat aber nicht selber setzen. «Sollte ich Ammann werden, werde ich als erstes mit dem neuen Gemeinderat zusammensitzen und ein Leitbild für Reinach erarbeiten», erzählt Rudolf in seinem Garten. Gegenüber von ihm sitzen seine Frau Brigitte und seine Hündin Aimy (3).

Für Familie und Hobbys bleibt oft nicht so viel Zeit, wie er gerne hätte. Die politischen Ämter stehen bei ihm seit Jahrzehnten weit oben auf der Prioritätenliste: «Als ich Grossrat wurde, habe ich mein Arbeitspensum auf 90 Prozent reduziert. Sollte ich Ammann werden, wird es wohl noch weniger. Das ist alles abgesprochen», so der Präsident der SVP Reinach. Die Politik begleite ihn schon seit seiner Jugend: «Ich hatte Grossräte verschiedener Parteien in meinem Umfeld, da konnten wir teilweise heftig diskutieren», erinnert er sich.

Als 2001 der damalige Präsident der Ortspartei, Werner Augstburger, Rudolf auf der Suche nach einem SVP-Gemeinderat für Reinach anrief, konnte der kaum seinen Ohren trauen: «Ich liess fast den Hörer fallen», erinnert er sich. 20 Jahre später setzt er nun zum Sprung an die Spitze an.

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