Torfeld Süd
Reichen die 36 Millionen für das neue Stadion? Baufirma muss nochmals über die Bücher

Das Bundesgericht gibt grünes Licht für das neue Fussballstadion in Aarau. Das freut die Stadt ebenso wie den FC Aarau. Unklar ist aber, ob das Stadion nach dem jahrelangen Hickhack nicht teurer als geplant wird.

Christoph Zehnder
Drucken
Teilen

Das Bundesgericht hat die Beschwerde gegen das neue Aarauer Stadion abgewiesen. Die Erleichterung beim FC Aarau ist gross. «Das ist der Startschuss für den Weg in die Zukunft des FC Aarau», freut sich FCA-Präsident Alfred Schmid gegenüber Tele M1.

Mit dem endgültigen Urteil aus Lausanne geht für den Stadtrat und FDP-Grossrat Lukas Pfisterer ein Kapitel zu Ende: «Die 15-jährige Planungs- und Bewilligungsphase ist damit abgeschlossen», sagt er. Das Projekt beschäftigt Pfisterer bereits seit seiner Wahl in den Stadtrat vor elf Jahren.

Doch bevor im Torfeld Süd die Bagger auffahren, müssen die Bauherren nochmals über die Bücher. Ob das geplante Budget von 36 Millionen Franken nach der jahrelangen Verzögerung noch ausreicht, ist umstritten.

So entschied das Bundesgericht

Das Bundesgericht kommt in seinem Urteil zum Schluss, dass die Grenzwerte für Lärm- und Luftimmissionen durch das Stadionprojekt nicht überschritten werden. Der Beschwerdeführer hatte die Doppelnutzung eines Personal-Parkhauses bei Grossanlässen im Stadion kritisiert. Wie das Bundesgericht in seinem am Freitag publizierten Urteil ausführt, wird es zu 7200 zusätzlichen Fahrten pro Jahr kommen. Umgerechnet seien dies 20 Mehrfahrten pro Tag. Dies bewirke keine wahrnehmbaren Lärmzunahmen.

Zum Kommentar über den Bundesgereichtsentscheid und seinen Auswirkungen.

Neue Auslegeordnung

«Das ist eine der Fragen, die wir jetzt anschauen müssen», meint Sven Bradke von der HRS Real Estate AG. Das Gesamtprojekt war zuletzt eingefroren. «Wenn man nicht weiss, wie es weitergeht und wie die Gerichte entscheiden, dann legt man alles beiseite», erklärt der Sprecher des bauführenden Immobilienunternehmens. Jetzt gelte es, alle Akten nochmals sorgfältig zu überprüfen, ebenso die neue Ausgangslage. Denn, so Bradke, die rechtlichen Vorgaben hätten sich verändert.

Welche Auswirkungen das auf den Preis des neuen Stadion hat, kann auch Stadtrat Pfisterer noch nicht abschätzen: «Ob es mehr kostet und wieviel mehr, wissen wir heute nicht», so der Leiter des Ressorts Hochbau und Raumplanung. Ebenso unklar ist, wer für Mehrkosten aufkommen müsste.

Sollte sich herausstellen, dass die Kosten deutlich gestiegen sind, müssen allenfalls die Aarauer Stimmbürger über einen neuen Kredit entscheiden.

Aktuelle Nachrichten