Die hohe Wahlbeteiligung sorgte am Wahl-Apéro für Erstaunen: Obwohl gestern in Küttigen keine eidgenössischen oder kantonalen Wahlen anstanden, nahmen 39.9 Prozent der Küttiger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an den Gemeinderats- und Vizeammannwahlen teil.

Bis zuletzt wagte niemand eine Prognose: Mit Regula Kuhn-Somm (SP, 54) und Emil Bieri (FDP, 46) standen zwei hervorragende Kandidaturen als Nachfolge für den zurücktretenden Peter Forster (FDP) zur Wahl.

Als Gemeinderätin gewählt wurde Regula Kuhn mit 928 Stimmen. Emil Bieri erhielt 758 Stimmen. Das Absolute Mehr betrug 852 Stimmen.

Damit muss die FDP der SP einen Gemeinderats-Sitz abtreten. Aber: Die Freisinnigen können auch einen Sieg verbuchen. Im Rennen um das Vizeammann-Amt obsiegte FDP-Gemeinderat Thomas Kaspar mit total 1030 Stimmen vor Gemeinderat Markus Knüsel (SVP), der 513 Stimmen machte.

Regula Kuhn-Somm arbeitet in einem 60-Prozent-Pensum als Co-Geschäftsführerin bei Jungwacht-Blauring Schweiz. Ausserdem sit sie selbstständige Organisationsberaterin und Coach für Non-Profit-Organisationen. Seit 2018 präsidiert sie den Verwaltungsrat der Trinamo AG. Sie ist gebürtige Thurgauerin und wohnt seit 1988 in der Region Aarau, seit 1996 in Küttigen an der Nüberichstrasse. Kuhn ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.

"Wahlkrimi-Atmosphäre"

Gemeindeammann Tobias Leuthard sprach von "Wahlkrimi-Atmosphäre"; erst zwei Minuten vor dem anberaumten Apero waren die Resultate bekannt geworden. Die vergangenen Wochen seien "ein Zeichen, dass die Politik und die Miliz in unserem Dorf stark sind". Man habe zwei Kandidierende mit einem grossen Rucksack gehabt, "und jedes Gremium darf sich geehrt fühlen, dass sie mitarbeiten möchten".

Er freue sich, so der Ammann, dass mit der Wahl von Regula Kuhn die Zeit des reinen Männergremiums nun endlich vorbei sei: "Es wird uns guttun, eine Frau im Gemeinderat zu haben." Gleichzeitig ermunterte Leuthard den unterlegenen Emil Bieri, eine erneute Kandidatur bei nächster Gelegenheit in Betracht zu ziehen.

Gleichzeitig sprach Leuthard dem nun abtretenden Vizeammann Peter Forster seinen Dank aus. Forster war 14 Jahre lang im Gemeinderat gewesen, er wurde auf Anhieb Vizeammann. Zuvor war er bereits lange Jahre in der Gemeinde engagiert gewesen. Forster, der ein eigenes Anwaltsbüro sowie zahlreiche Verwaltungsratsmandate hat, hört aus beruflichen Gründen auf.