Aarau

Regionalzentrum für Sportklettern: Projekt hängt an sicherem Seil

Die Athletinnen des Regionalzentrums Aarau-Mittelland wollen im Kraftreaktor Lenzburg und an Wettkämpfen hoch hinaus.

Die Athletinnen des Regionalzentrums Aarau-Mittelland wollen im Kraftreaktor Lenzburg und an Wettkämpfen hoch hinaus.

«Klettern ist nicht das wichtigste im Leben, aber etwas unglaublich Tolles», sagt Paul Langenkamp. Genau das will der Aarburger jenen Kindern und Jugendlichen vermitteln, die im SAC Regionalzentrum Sportklettern Aarau-Mittelland trainieren.

Ende März wurde das Zentrum ins Leben gerufen, um dem Nachwuchs leistungsorientierte Trainings anbieten zu können. Diese finden am Mittwoch und Samstag im Kraftreaktor Lenzburg statt. 21 Kids zwischen 6 und 19 Jahren von Zofingen bis Lenzburg wagen sich regelmässig in die Kletterwand. «Damit zählen wir unter den elf Regionalzentren der Schweiz zu den Grossen», sagt der Zofinger Kantilehrer Paul Langenkamp, «die Nachfrage macht uns stolz und zeigt, dass das Projekt ein Bedürfnis ist.» Wächst das Regionalzentrum, wäre man laut dem Cheftrainer mit einem wohl lösbaren Luxusproblem konfrontiert: «Dann bräuchten wir noch mehr als die acht Trainer und grössere Zeitfenster im Kraftreaktor.»

Von der Stimmung bei den Kadertrainings schwärmt Paul Langenkamp, der im November die Berufstrainerausbildung bei Swiss Olympic abschliesst: «Es ist motivierend, wenn du das Feuer in den Augen der Kinder siehst, die darauf brennen, Neues zu lernen.» Unter den Eltern der Kinder habe sich ein starker Kitt gebildet. «Nur wenn die Eltern mitziehen, kann man Klettern als Leistungssport ausüben», betont Paul Langenkamp, der mit Noemi und Aina zwei Töchter hat, die wie er und seine Frau Heidi diesem Sport frönen. «Wir bestreiten viele Wettkämpfe und auch ins Training müssen die Kinder ja gefahren werden», betont der 51-Jährige, «das frisst viel Zeit, da muss die Begeisterung fürs Klettern bei allen gross sein.»

Speziell talentiert muss man nicht sein, um im Regionalzentrum Mitglied werden zu können. «Aber nur, weil jemand ein paar Klimmzüge schafft, ist er vielleicht noch nicht am richtigen Ort bei uns», sagt Paul Langenkamp und lacht. Er erklärt, dass Einsteiger zuerst einen Sicherungskurs absolvieren. «Wir hoffen, dass möglichst viele, die bei uns beginnen, beim Klettern bleiben.» Das beste Einstiegsalter sei zwischen 7 und 9 Jahren. Wie viele aus dem Kader es an die Spitze schaffen, sei schwer abschätzbar. Ebenso, ob nebst Noemi Langenkamp weiteren Talenten der Übertritt an die Sportkanti Aarau gelingt. «Obwohl wir einen hohen Leistungsanspruch haben, sind wir in den Trainings keine Schleifer», so Langenkamp, «Lockerheit und Spass sind wichtig. Nur das, was du gerne machst, machst du auch gut und immer besser.» Für die Besten, die Potenzial für einen Platz in der Nationalmannschaft haben, gibt es schliesslich persönliche Trainingspläne. «Wichtig ist uns, dass die Kids viele Wettkämpfe bestreiten und so Erfahrung sammeln», sagt Langenkamp, «doch nur wer mental so weit ist, sich mit andern zu messen, melden wir an. Wir wollen niemanden verheizen.»

Keine Geldsorgen

Finanziell steht das Regionalzentrum auf stabilen Beinen, profitiert von den Mitgliederbeiträgen und der Unterstützung des SAC Zentralverbandes und des Kantons Aargau. Das RZAM ist ein anerkanntes Zentrum für Leistungssport im Kanton. «Auch seitens der Kletterhalle Kraftreaktor Lenzburg werden wir bestens unterstützt. Wir fühlen uns von allen Seiten gut getragen», sagt Paul Langenkamp.

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