BDWM/WSB
Regionalbahnen-Fusion ist kein Sparprojekt

Erstes Quartal 2017 war für die Bahn sehr erfolgreich. Es gab einen Gewinn von 92 532 Franken. Allerdings ist dieser eher symbolischer Art, weil der Kostendeckungsgrad der Bahn bei 46 Prozent liegt.

Urs Helbling
Drucken
Teilen
WSB-Fusion ist kein Sparprojekt

WSB-Fusion ist kein Sparprojekt

zvg/az

2016 war für die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) ein gutes, aber kein hervorragendes Geschäftsjahr. Die Zahl der beförderten Personen stagnierte bei 5,96 Millionen, was wegen des Bevölkerungswachstums im Einzugsgebiet laut Direktor Mathias Grünenfelder «eine leichte Enttäuschung» ist. Gut lief es dagegen im ersten Quartal 2017: plus sieben Prozent.

2016 ist die Rechnung aufgegangen: Es gab einen Gewinn von 92 532 Franken. Allerdings ist dieser eher symbolischer Art, weil der Kostendeckungsgrad der Bahn bei 46 Prozent liegt.
An der Generalversammlung in Schöftland orientierte Verwaltungsratspräsident Kaspar Hemmeler über die Fortschritte des Fusionsprojektes von WSB und BDWM (Projekt Wasserschloss): «Erfreulicherweise durften wir in den letzten Monaten feststellen, dass die Unternehmenskulturen gar nicht so verschieden sind.» Der Zusammenschluss der zwei Firmen sei kein Sparprojekt. Im Vordergrund stehe die Stärkung der Unternehmen. In der zweiten Hälfte des laufenden Jahres dürfte das Konzept der Managementholding vorliegen. Am 21. Juni 2018 sollen die beiden Bahnen an ihren Generalversammlungen den definitiven Entscheid fällen. Der Start ist für Januar 2019 geplant.

Welche Funktion der aktuelle WSB-Direktor Mathias Grünenfelder im neuen Unternehmen haben wird, soll in den nächsten Monaten entschieden werden. Präsident Hemmeler lobte ihn an der Generalversammlung als Top-Kadermann und Super-Ingenieur, der dem Unternehmen erhalten bleiben müsse: «Grünenfelder hat WSB und BBA in den letzten 16 Jahren sehr erfolgreich geführt.» Kaspar Hemmeler wird Verwaltungsratspräsident der neuen Gesellschaft, Severin Rangosch (bisher BDWM) operativer Chef. Der Sitz wird in Aarau sein, die Büros zuerst bei den aktuellen Räumen der WSB, später im geplanten neuen Bahnhof.

Die WSB hat zum zweiten Mal im Geschäftsbericht offengelegt, wie viel Verwaltungsrat und Geschäftsleitung verdienten. Der achtköpfige Verwaltungsrat bekam 209 532 Franken (davon Hemmeler 65 179 Franken – inklusive Dienst- und Sachleistungen vor allem auch im Zusammenhang mit dem Projekt Wasserschloss). Die sechsköpfige Geschäftsleitung erhielt 1,096 Millionen Franken. Grünenfelder 278 697 Franken (inklusive Dienstaltersgeschenk).