Aarau
Regelmässige Kontrollen verscheuchen die Güsel-Sünder

Manche Aarauer entsorgen ihren Hauskehricht und die Rüstabfälle Tag für Tag in den Abfalleimern der Stadt. Doch die Zahl der Güsel-Sünder sinkt. Werkmeister Marcel Acklin sagt, warum.

Katja Schlegel
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Das Säckli entsorgt und mit der Zeitung versteckt – ein Beispiel ist der Abfallkübel beim Spittelgarten unterhalb der Stadtkirche.ksc

Das Säckli entsorgt und mit der Zeitung versteckt – ein Beispiel ist der Abfallkübel beim Spittelgarten unterhalb der Stadtkirche.ksc

Katja Schlegel

Ein rascher Blick über die Schulter, die Dame greift in ihre Handtasche, zieht ein zugeknotetes Plastiksäckli heraus und stopft es in den Abfallkübel an der Strassenecke. Der Güsel vom letzten Tag ist entsorgt, ein paar Rappen Abfallgebühren sind gespart.

Eine Szene, wie man sie in der Stadt ab und zu beobachten kann, meist nachts oder beim Eindunklen. Doch längst nicht mehr so oft, wie auch schon, wie Werkmeister Marcel Acklin sagt: «Vor zwei, drei Jahren wurde der Hauskehricht im grossen Stil in den städtischen Abfalleimern entsorgt. Das stellen wir heute erfreulicherweise deutlich seltener fest.»

Littering-Diskussion sensibilisiert

Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr: Die Männer vom Werkhof leeren die Abfalleimer häufiger und achten vermehrt auf Güsel-Sünder. Ausserdem lassen die neuen sogenannten Haifisch-Abfalleimer mit den kleinen Öffnungen kaum noch genug Platz, um mehr als eine Handvoll Abfall hineinzustopfen. «In den letzten Monaten wurde viel über Littering gesprochen, das hat die Leute vermutlich zusätzlich sensibilisiert», sagt Acklin.

Was im Säckli entsorgt wird, sind kleine Mengen Hauskehricht oder Rüstabfälle. Einer bestimmten Altersgruppe seien die Personen nicht zuzuordnen; genauso wenig wie dem sozialen Stand. Ertappen die Werkhofmitarbeiter jemanden auf frischer Tat, wird die Person angesprochen. «Wir machen sie darauf aufmerksam, dass wir das nicht tolerieren und sie das Entsorgen auf Kosten der Stadt in Zukunft lassen soll», sagt Acklin.

Ertappten ist Situation furchtbar peinlich

Gebüsst werden die Güsel-Sünder nicht. «Wir appellieren lieber an die Vernunft, da erreicht man mehr als mit einer Busse.» Den Ertappten sei die Situation jeweils so peinlich, dass sie vom illegalen Entsorgen geheilt seien. Kein Pardon kennen die Werkhofmitarbeiter aber bei grösseren Abfallmengen. Finden die Werkhofmitarbeiter eine Adresse im Müll, wird der Fehlbare bei der Polizei angezeigt.