Referendum mit Rekordbeteiligung

Fast 500 Unterschriften kamen gegen den Gmeindsbeschluss zur Bibersteiner Bau- und Nutzungsordnung zusammen.

Nadja Rohner
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Fabian, Edi und Lukas Geissmann, Jennifer Fleischmann, Monika Meier, Christopher Siegrist (v.l.).

Fabian, Edi und Lukas Geissmann, Jennifer Fleischmann, Monika Meier, Christopher Siegrist (v.l.).

Bild: nro

Es ist praktisch sicher: Den Bibersteinern steht eine Urnenabstimmung über die neue Bau- und Nutzungsordnung (BNO) bevor. Gestern haben fünf Einwohner das Referendum gegen den Gmeindsbeschluss vom 4. September bei der stellvertretenden Gemeindeschreiberin Jennifer Fleischmann eingereicht – 490 Unterschriften haben sie beisammen. Das entspricht rund 40 Prozent der Bibersteiner Stimmberechtigten. Für ein Referendum wären bloss 237 Unterschriften nötig. «Es hat eine wahnsinnige Eigendynamik angenommen», sagt Monika Meier. Sie hat zusammen mit ihrem Mann eine Unterschriftensammlung begonnen und sich dann, sozusagen auf halber Strecke, mit einem Grüppchen junger Bibersteiner zusammengetan, die ebenfalls für ein Referendum von Tür zu Tür gingen – darunter Christopher Siegrist (23), Fabian (25) und Lukas Geissmann (23).

An der Gemeindeversammlung war das BNO-Geschäft mit 61 Ja zu 18 Nein bei einigen Enthaltungen deutlich angenommen worden; insofern erstaunt die hohe Zahl von fast 500 Referendumsunterschriften. «Die Sammlung lief fast von allein», berichtet Meier. Sie hätten bei der Bevölkerung offene Türen eingerannt. «In den Gesprächen kamen dabei Unmut über verschiedene Themen der BNO zur Sprache, am häufigsten wohl die Vorgartenzone bei der Aarfähre, die Trockenwiese am Bärehoger und die ‹W2+›-Zonen.»

Es gehe ihnen darum, über ein so wichtiges Geschäft wie die neue BNO nicht nur die Gemeindeversammlung, sondern ein grösserer Teil der Stimmberechtigten entscheiden zu lassen, sagen sowohl Monika Meier als auch Lukas Geissmann. Dessen Bruder Fabian erklärt, viele seien wegen der Arbeit, wegen Corona oder wegen Ferienabwesenheiten der Gmeind vom 4.September ferngeblieben. Christopher Siegrist berichtet, dass er bei der Unterschriftensammlung vielerorts erst erklären musste, worum es überhaupt geht: «Die Leute sind sich gar nicht bewusst, welche Auswirkungen eine BNO-­Revision hat.» Ihn stört vor allem die angestrebte Verdichtung mit «W2+»-Zonen im westlichen Dorfteil, wo statt eines Attika- ein drittes Vollgeschoss ermöglicht werden soll: «Einige Strassen sind bereits jetzt viel zu eng. Man müsste erst die Infrastruktur anpassen, bevor verdichtet werden kann.»

Wann die BNO zur Abstimmung kommt, ist noch unklar. Der Gemeinderat entscheidet darüber.