In drei Wochen entscheidet sich, ob auch die letzte der fünf im Fusionsprojekt Zukunftsraum Aarau verbliebenen Gemeinden in die sogenannte Ausarbeitungsphase einsteigt: Am 21. Mai haben die Unterentfelder Stimmberechtigten über den entsprechenden Kredit von 153 000 Franken zu befinden. Dies, nachdem der parteilose 37-jährige Bäcker Stefan Röösli das Referendum gegen den Entscheid der Gemeindeversammlung zustandegebracht und so eine Urnenabstimmung erzwungen hat. Die Gmeind hatte den Kredit mit 113:44 Stimmen noch deutlich gutgeheissen. Ja sagten auch der Aarauer Einwohnerrat und die Gemeindeversammlungen von Densbüren und Oberentfelden. In Suhr fiel der Kredit zwar an der Gmeind durch, doch ein Referendumskomitee brachte es zustande, dass dieser Entscheid mittlerweile an der Urne umgestossen wurde.

Was passiert nun in Unterentfelden? Bislang herrschte Funkstille. Doch jetzt hat die SVP-Ortspartei Stellung genommen. Sie empfiehlt die Ablehnung der Kreditvorlage vom 21. Mai. Was nicht übermässig erstaunt, nachdem Stefan Röösli seinerzeit verlauten liess, beim Sammeln der Unterschriften hätten ihm «drei, vier SVP-nahe Personen» geholfen.

Ein Nein, schreibt SVP-Ortsparteipräsident Martin Lötscher, trage zu einem haushälterischen Umgang mit den finanziellen Ressourcen der Gemeinde Unterentfelden bei. Es gebe aber auch eine ganze Reihe von Gründen, die klarmachten, dass der Gemeinde aus einer Fusion kein Mehrwert erwachsen würde. Die von Lötscher aufgeführten Argumente richten sich in der Sache denn auch mehrheitlich gegen die allfällige spätere Fusion an sich.

Zahlreiche Verschlechterungen

Die überregionale Zusammenarbeit mit Oberentfelden, hält Lötscher fest, funktioniere heute schon und solle gestärkt werden. Dazu seien jedoch weder eine Fusion noch Abklärungen in diese Richtung nötig. Weder seien von einer Fusion «steuerliche Einsparungen» noch «sonstwie finanzielle Veränderungen» für die beiden Entfelden zu erwarten. Der Verlust der Gemeindeautonomie werde hingegen «eine Verschlechterung der Dienstleistungen nach sich ziehen», da sich nicht ausschliessen lasse, dass die Gemeindeverwaltung in Unterentfelden geschlossen werde. Schulstandorte und Technischer Betrieb würden dann wohl ebenfalls zur Diskussion stehen.

Auch das direkte Mitspracherecht der Bevölkerung würde wegfallen, heisst es in der Mitteilung mit Blick darauf, dass in einem Gross-Aarau der Einwohnerrat an die Stelle der Unterentfelder Gemeindeversammlung treten würde. Das Verschwinden des Ortsnamens Unterentfelden, so die SVP weiter, würde für die Bevölkerung «einen erheblichen administrativen Aufwand nach sich ziehen». Nötig würde zudem bei einer Fusion die Bereinigung diverser Strassennamen, heisst es in der Mitteilung.

Der Unterentfelder Entscheid vom 21. Mai ist auch für Oberentfelden von Bedeutung. Oberentfeldens Gemeinderat ist der Auffassung, im Fall eines Neins müsse man nochmals über die Bücher. Dass eines der beiden Entfelden im Projekt verbleibe und das andere nicht, mache letztlich wenig Sinn.