Aarau
Reaktion auf «fragwürdiges Vorgehen»: 5000 Franken gehen an die Pferderennbahn

Die Ortsbürgergemeindeversammlung hat 5000 Franken, die das Budget für Cirq’7 vorgesehen hatte, auf die Pferderennbahn verschoben.

Ueli Wild
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Pferderennen im Schachen.

Pferderennen im Schachen.

Schweiz am Sonntag

Auch Peter Heuberger, Präsident der Ortsbürger-Finanzkommission (OFK) sprach – bei einem Ertragsüberschuss von über 220'000 Franken – von einem guten Budget, das diskussionslos genehmigt werden könne – von einer Ausnahme abgesehen. Namens der OFK stellte Heuberger am Montagabend den 265 anwesenden Stimmberechtigen zwei miteinander zusammenhängende Änderungsanträge: Der von der städtischen Kulturkommission beantragte Kredit für das vom 30. Mai bis 9. Juni 2019 stattfindende Zirkusfestival Cirq’7 sei um 5000 Franken auf 17'500 Franken zu kürzen.

Die so eingesparten 5000 Franken sollten aber nicht zugunsten eines höheren Ertrags einbehalten, sondern dem Aargauischen Rennverein (ARV) überwiesen werden. Damit werde der Beitrag an die Erneuerung des Ortsbürgersprungs auf der Cross-Country-Bahn auf die vom ARV erbetenen 10'000 Franken aufgestockt. Und das Geld werde für etwas verwendet, das vom Namen her mit der Ortsbürgergemeinde in Verbindung gebracht werde.

Fehlende Auswahl kritisiert

Gemessen an den 750'000 Franken, welche die Ortsbürger für kulturelle Belange ausgeben, ging es hier um einen relativ bescheidenen Betrag. In die Nase gestochen war der OFK aber das «ein wenig fragwürdige Vorgehen der Kulturkommission», wie sich Heuberger ausdrückte. Eigentlich sollte letztere, so der OFK-Präsident, den Ortsbürgern jeweils eine Reihe kultureller Anlässe zur Auswahl präsentieren. Doch Cirq’7 sei das einzige Projekt gewesen, das vorgelegt worden sei. Offenbar erwog die OFK sogar, einen Antrag auf Streichung der ganzen 22'500 Franken zu stellen. Doch davon sei man abgekommen, sagte Heuberger. Schliesslich sei Cirq’7 ja eine gute Sache.

Das Festival erhält auch 330'000 Franken vom Kanton und 60'000 Franken von der Stadt Aarau. Die Idee der städtischen Kulturkommission war es gewesen, dass die Ortsbürger den Eröffnungsanlass mit 17'500 Franken und die Hauptversammlung von Circostrada mit 5000 Franken sponsern sollen. Circo- strada ist das europäische Netzwerk zur Förderung der Zirkuskünste. Um diese 5000 Franken kürzten die Ortsbürger in der Folge trotz Fürsprache von Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker den Beitrag an Cirq’7. Dies mit 116:71 Stimmen. Mit 211 Ja gegen 18 Nein hiessen sie auch den zweiten OFK-Antrag gut. Damit fliessen die zur Debatte stehenden 5000 Franken in die Rennbahn im Schachen. Das Budget als Ganzes wurde in der Schlussabstimmung mit grossem Mehr genehmigt.

Die Versammlung hiess alle vier ihr vorliegenden Bürgeraufnahmegesuche gut. Im Weiteren liess sie sich von Stadtrat Hanspeter Thür über den aktuellen Stand der Dinge beim Projekt Stadion Torfeld Süd informieren. Feierlich verabschiedet wurde Ortsbürgergutsverwalter Christoph Fischer, der im April 2019 nach 28 Jahren im Dienste der Ortsbürgergemeinde pensioniert wird.