Keba/Brügglifeld

Rasen-Roboter nicht die Lösung: Platzgenossenschaft kontert Kritik wegen neuen Betriebszeiten

Peter Gloor ist seit 2013 Präsident der Platzgenossenschaft Brügglifeld und sitzt im Verwaltungsrat der Stadion AG.

Peter Gloor ist seit 2013 Präsident der Platzgenossenschaft Brügglifeld und sitzt im Verwaltungsrat der Stadion AG.

Die neuen Betriebszeiten der Fussballanlagen Brügglifeld sorgen für heftige Reaktionen. Das sagt Peter Gloor, der Präsident der Platzgenossenschaft, zu den Kritikpunkten der Anwohner.

Der Artikel über die Einsprachen gegen Kunsteisbahn und Fussballplätze im Brügglifeld in der «Schweiz am Wochenende» hat online für zahlreiche Leserkommentare gesorgt. So schreibt ein Kommentator: «Die Platzgenossenschaft, der FC Aarau und die Stadt Aarau begegnen den Anwohnern (insbesondere auf Suhrer Seite) nur mit Arroganz. Unter diesen Voraussetzungen einen Konflikt zu lösen ist schwierig bis unmöglich.»

Gar nicht glücklich über diese Reaktionen ist Peter Gloor. Seit 2013 amtet der Rohrer als Präsident der Platzgenossenschaft Brügglifeld, zuvor war er für die Finanzen zuständig. Die Platzgenossenschaft hat die Grundstücke, auf denen sich das Stadion befindet, von der Ortsbürgergemeinde Aarau im Baurecht (bis 2062) übernommen.

Sie ist für die Infrastruktur zuständig, das Personal ist beim FC angestellt. Deshalb ist Peter Gloor auch in der Begleitgruppe vertreten, die nach dem «Keba-Debakel» ins Leben gerufen wurde. Gloor hat sich gut überlegt, ob er auf die Anfeindungen überhaupt reagieren soll, zumal die Platzgenossenschaft im Baurechtsverfahren nicht als Partei involviert ist, «aber es gibt doch einiges klarzustellen», findet er.

Mähroboter langsam und teuer

Da wäre die Sache mit den Rasenmäher. Brügglifeld-Anwohner wünschen sich, dass die Trainingsplätze nicht mit den heutigen Maschinen gemäht werden, sondern künftig mit leisen elektrischen Rasenmähroboter. Solche würden auch auf anderen Plätzen eingesetzt. «Das stimmt zwar», sagt Gloor, und weist darauf hin, dass es sich meist um kommunale Sportanlagen handle.

«Man muss zudem bedenken: Für einen Platz bräuchte ein Mäher 10,5 Stunden. Er muss möglichst in einem Stück mähen können. Das ist aufgrund des Trainingsbetriebs tagsüber im Brügglifeld zeitlich gar nicht möglich – ausser nachts. Und da so ein Mäher laut Hersteller 55 bis 60 Dezibel Lärm macht, dürfte es nicht im Sinne der Anwohner sein, dass er nachts läuft.»

Zwar könne man theoretisch zwei Maschinen pro Platz einsetzen, um die Mäh-Zeit zu verringern, aber bei Anschaffungskosten von rund 25 000 Franken pro Stück könne sich das die Platzgenossenschaft nicht leisten. «Wir machen, was finanziell tragbar ist.»

Auch die als laut empfundenen Maschinen mit Verbrennungsmotor, die zusätzlich für die Rasenpflege eingesetzt werden (teils im Besitz der Genossenschaft, teils von einer Gartenbaufirma), seien alle geprüft und eingelöst. «Lauter als erlaubt sind sie also nicht.» Und sowieso: Es stimme nicht, dass an jedem Werktag acht Stunden lang die Plätze gepflegt würden, es seien «in der Regel dreimal pro Woche zwei Stunden pro Platz». Dies sei, so gibt Gloor zu, aufgrund der gestiegenen Anforderungen des Schweizerischen Fussballverbandes an die Plätze häufiger als früher.

Lautsprecher regelkonform

Ein Kritikpunkt der Anwohner ist, dass die erlaubten Betriebszeiten vom FC Aarau nicht immer eingehalten werden. Dazu Gloor: «Der FC ist von uns über die Betriebszeiten informiert worden. Ausserdem sind diese im Nutzungsvertrag festgeschrieben. Mehr können wir als Platzgenossenschaft nicht tun.»

Und punkto Lärm, der bei den Spielen aus dem Stadion kommt, sagt Gloor, man habe die Lautsprecheranlage digitalisiert und diese halte die Richtwerte ein. «Direkte Anwohner haben auch bestätigt, dass es besser geworden ist.»

Es würde auch nichts bringen, sie anders auszurichten, wie von Einsprechern gefordert: «Dann beschallt es einfach ein anderes Quartier.» Gloor stellt aber nicht in Abrede, dass während den Matches die Lärmgrenzwerte durch die Zuschauer überschritten werden – besonders, wenn Tore fallen. «Klar sind Matches eine Belastung für die Anwohner. Deshalb wünschen wir uns ja auch ein neues Stadion für den FCA.» Immerhin: «In der neuen Saison gibt es keine Montag-Spiele mehr, nur noch am Freitag- und Samstagabend sowie am Sonntagnachmittag.»

Strassensperrung vorgeschlagen

Generell betont Gloor: «Es ist nicht ganz richtig, wenn die Einsprecher sagen, dass immer nur auf die Bedürfnisse der Sportvereine Rücksicht genommen wird. Zum Beispiel haben wir bei der aktuell gültigen provisorischen Betriebsbewilligung Einschränkungen gegenüber früher in Kauf genommen.» Diese sollen, so räumt er ein, mit den beantragten definitiven Zeiten teilweise wieder rückgängig gemacht werden.

Gloor hält aber auch fest, dass die Platzgenossenschaft sehr wohl um eine Verbesserung der Situation für die Anwohner bemüht sei. «Ich war es zum Beispiel, der die Sperrung des Weiherwegs während den Spielen vorgeschlagen hat. Dies, um das Quartier vor dem Verkehr und vor Wildparkierern zu schützen.» Auch habe die Platzgenossenschaft die Umzäunung des Trainingsplatzes C vorgeschlagen. Dieser ist derzeit noch öffentlich zugänglich und zieht spielende Jugendliche, aber auch Fussball-Touristen aus der weiteren Umgebung an.

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