Aarau

«Räumlichkeiten nicht geeignet»: Die Verwaltung rückt doch nicht zusammen

Das Gebäude steht an der Heinerich-Wirri-Strasse 3, direkt bei der Einmündung in die Entfelderstrasse.

Das Gebäude steht an der Heinerich-Wirri-Strasse 3, direkt bei der Einmündung in die Entfelderstrasse.

Der Aarauer Stadtrat verzichtet vorerst auf eine Konzentration der Verwaltungsstandorte. 2015 hatte er als Sparmassnahme vorgeschlagen, die Verwaltung auf zwei Standorte zu konzentrieren – das Rathaus und die genannte Liegenschaft. Doch daraus wird nun nichts.

Die Stadtverwaltung zügelt nicht ins Gönhardquartier: Der Stadtrat hat beschlossen, die städtische Liegenschaft an der Heinerich-Wirri-Strasse 3 nicht als zweiten Verwaltungsstandort zu nutzen. 2015 hatte er als Sparmassnahme vorgeschlagen, die Verwaltung auf zwei Standorte zu konzentrieren – das Rathaus und die genannte Liegenschaft.

Insbesondere die heute an der Bahnhof-/Poststrasse ansässigen Abteilungen (Soziale Dienste, Steueramt, Stadtpolizei) hätten an die Heinerich-Wirri-Strasse umziehen sollen.

Doch daraus wird nun nichts. Die vertiefte Prüfung habe ergeben, so der Stadtrat gestern, dass die Räumlichkeiten nicht geeignet sind. «Die von den Experten empfohlenen und vom Stadtrat beschlossenen Flächenstandards könnten nur mit Kompromissen und ohne weitere Entwicklungsmöglichkeiten an der Heinerich-Wirri-Strasse umgesetzt werden», hält der Stadtrat fest.

Zudem wären Investitionen zwischen 5,03 bis 5,35 Mio. Franken nötig.
Der Stadtrat prüft nun, wie sich die Flächen im Rathaus optimieren liessen, um möglicherweise einen der anderen Aussenstandorte dort zu integrieren. Die Stadt hat auch noch Dépendancen an der Halde (Abteilung Alter) oder an der Laurenzenvorstadt (Zivilstandsamt).

Für 7,9 Mio. gekauft

Verkaufen will die Stadt Aarau die Liegenschaft nicht. Sie verfolge damit «weiterhin eine zukunftsgerichtete Immobilienstrategie mit guter Wertschöpfung», so der Stadtrat. Zudem ergänzt das Gebäude die historischen Gönhard-Güter, die der Stadt schon lange gehören.

Lange Zeit war die Ausgleichskasse «GastroSocial» an der Heinerich-Wirri-Strasse ansässig, die letztes Jahr aber in ihren Neubau im Torfeld Süd zügelte. Die Aarauer Stimmbürger hatten einem Kauf der Liegenschaft bereits 2011 zugestimmt, aber erst 2015 wechselten 7,9 Mio. Franken und das vierstöckige Gebäude samt Tiefgarage ihre Besitzer.

Derzeit ist im ersten und zweiten Stock der Schweizerische Turnverband eingemietet. Im Juli wird er aber wieder ausziehen – dann ist sein Stammdomizil, die Zurlinden-Villa, fertig saniert. Die oberen Stockwerke sind grösstenteils leer, die Wirtschaftsfachstelle hat im Rahmen ihres Projekts «Plug and Start» einzelne Startups zu günstigen Konditionen dort untergebracht.

Vor drei Jahren hatte die Stadt Aarau versucht, das Gebäude zu vermieten. Doch sie kam schliesslich davon ab, weil sie es selber nutzen wollte. «Es gab damals durchaus Interessenten», sagt Daniel Müller, Leiter Liegenschaften und Betriebe. In den letzten Jahren hätten sich immer wieder spontane Interessenten gemeldet, denen man aber wegen dem geplanten Eigenbedarf abgesagt hatte.

Am liebsten würde die Stadt das Gebäude gesamthaft an einen einzelnen Mieter vermieten. «Das wäre auch einfacher bezüglich der Zugänge, weil es nur ein zentrales Treppenhaus gibt», sagt Müller. Letztlich werde man sich aber so arrangieren, dass möglichst viel der Liegenschaft vermietet werden könne.

Erst, wenn Klarheit über die künftigen Mieter herrscht, wird auch bekannt, wie viel die Stadt in den nächsten Jahren noch investieren muss. Laut Müller ist ein Mieterausbau ebenso möglich wie ein Ausbau durch die Stadt mit anschliessender Überwälzung der Investitionen auf die Mietpreise. Er hält aber fest: «Die Büros sind in einem guten Zustand, teils möbliert und sofort einsatzbereit.»

Nun stehen in Aarau diverse Büroräume seit längerer Zeit leer. Daniel Müller ist dennoch optimistisch, dass sich Mieter finden lassen. Erstens stehe Aarau im Vergleich mit anderen Städten punkto Leerstand der Gewerberäume relativ gut da. Zweitens handle es sich bei der Liegenschaft, die 1980 gebaut wurde, um «gute, flexibel nutzbare Büros an einer schönen und repräsentativen Lage».

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