Aarau
Quartierbistro: Warum noch weiter suchen?

Der Stadtrat möge das Bistro im früheren Scheibenschachen-Schützenhaus den bisher einzigen zwei Interessentinen verpachten. Das verlangt eine im Quartier lancierte Petition.

Ueli Wild
Merken
Drucken
Teilen
Das Schützenhaus in der Aarenau Scheibenschachen. (Archiv)

Das Schützenhaus in der Aarenau Scheibenschachen. (Archiv)

Katja Schlegel

Im Sommer soll das Quartierbistro eröffnet werden. Derzeit sucht die Ortsbürgergemeinde Aarau immer noch einen Mieter. Bei der ersten Ausschreibung meldeten sich zahlreiche Interessenten, doch nach einer Besichtigung vor Ort ging gerade mal eine definitive Bewerbung ein.

Daraufhin gab es eine zweite Ausschreibungsrunde: Die ursprünglichen Interessenten wurden noch einmal angeschrieben und «auch Aarauer Gastronomen kontaktiert», erklärte Margrit Röthlisberger, Leiterin der Sektion Liegenschaften der Ortsbürgergemeinde auf Anfrage. Ziel sei es, dem Stadtrat, der über die Vergabe entscheide, eine gute Auswahl verschiedener Konzepte unterbreiten zu können.

Inzwischen macht sich eine Gruppe aus dem Scheibenschachen-Quartier für die beiden Frauen stark, die sich in der ersten Runde als einzige beworben haben. Nicole Sigrist, der Öffentlichkeit im letzten Herbst als SP-Einwohnerratskandidatin bekannt geworden, hat auf der Internetplattform «Petitio» ein entsprechendes Begehren lanciert. Die angestrebten 200 Unterschriften dürften innert 30 Tagen problemlos zusammenkommen: Die am Montag aufgeschaltete Petition hat bis zum Dienstagabend, 18 Uhr bereits 130 Unterstützer gefunden.

Das Quartierbistro, schreibt die Petitionärin, solle «nicht einfach eine Beiz» sein, «sondern ein Begegnungsort für Alteingesessene und Zuzüger – ein Ort für alle, um sich zu treffen, sich auszutauschen, für Musik, Kinderspiel, Speis und Trank». Das Konzept, das die beiden Interessentinnen vorgelegt hätten, so Sigrist weiter, nehme diese Vision auf. Hinter der Bewerbung stehen die im Quartier selber wohnhafte Erwachsenenbildnerin Lou Dawson sowie Sue Bowden, eine erfahrene auswärtige Gastronomin. Bowden ist die Inhaberin des Catering-Unternehmens «La Fresca», das 2014 in Seon gegründet und seit letztem Herbst an der Eisengasse in Lenzburg zu Hause ist.

Das Konzept der beiden sieht laut Begründung der Petition tagsüber den Betrieb eines Cafés vor, das Naschereien anbietet. Am Abend soll daraus ein kleines Restaurant werden – mit Musik, Kunst, Lesungen und Vereinsveranstaltungen. Die Petitionäre – «Freunde, Leute aus dem Quartier und Mitglieder des Quartiervereins» – bitten den Stadtrat nun, die Pacht an Dawson und Bowden zu vergeben, «damit unser Traum eines lebendigen und quartiernahen Begegnungsortes wahr wird».