Wildegg/Auenstein

Qualität wird schlechter: Jura Zement sucht anderes Gebiet

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Die Qualität des abgetragenen Materials wird schlechter. Die Jura Zement AG sucht langfristig ein anderes Gebiet. Konkrete Alternativen liegen noch nicht vor.

«Geht die ganze Sprengerei ungebremst weiter? Wo kann ich mich hinwenden, wenn ich wegen der Erschütterungen Schäden am Haus habe?» – solche und ähnliche Fragen behandelt Marcel Bieri, Regionenleiter Zementproduktion bei der Jura Zement AG offen und proaktiv an Informations- und Aussprache-Abenden für die Bevölkerung. Eben erst hat ein solcher Anlass im Wohlfahrtshaus auf dem Firmengelände stattgefunden.

Dass der Mergel- und Kalksteinabbau für die unmittelbare Nachbarschaft hör- und spürbar vonstatten geht, lasse sich nicht verhindern, so Bieri. «Wir messen aber bei jeder Sprengung und halten uns penibel an Lärm- und Erschütterungsrichtwerte.» Ausserdem zeige sich die Jura Zement AG kulant: In 1–2 Fällen pro Jahr komme ein unabhängiger Gutachter, von der Gemeinde eingesetzt und von der Jura Zement AG bezahlt, zum Schluss, dass Schäden in der Umgebung teils von den Spreng-Erschütterungen mitverschuldet seien. Dann beteilige sich die Firma anteilsmässig an den Reparaturkosten, obwohl sie dazu nicht verpflichtet sei.

Seit längerem wird eine neues Abbaugebiet gesucht

Der Abbau in den zwei verbundenen Steinbrüchen Unter- und Oberegg verlagert sich in den Zwischenraum Steinbitz/Winkelmatt, weil die Qualität des Materials für den Zement dort günstiger ist. «Eventuell treffen wir dort dann sogar auf Stollen, die vor Jahrzehnten im Rahmen früherer Abbaumethoden in den Boden getrieben worden waren.» Langfristig sucht das Unternehmen schon seit geraumer Zeit ein neues Abbaugebiet. Die Abklärungen sind im Gang, Bieri will dazu noch nichts Konkretes sagen.

Die Natur ist und bleibt Teil eines Steinbruchs: Ein Wanderfalkenpärchen – mittlerweile eine ornithologische Seltenheit – hat dieses Jahr im Steinbruch gebrütet und 4 Jungvögel aufgezogen. Auch Gämsen fühlen sich hier heimisch und sind mit ihren Jungtieren gesichtet worden.

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