Vor dem Cup-Spiel gegen Amriswil haben Aargauer Fans Bahnpassagiere erschreckt und sich mit St. Gallern geprügelt. Es ist nicht das erste Mal dieses Jahr, dass Aarauer Fans bei Auswärtsspielen negativ auffallen. Zuletzt kam es im Mai zu grösseren Zwischenfällen vor- und während des Spiels gegen Rapperswil. Ein erstes Mal knallte es, als die rund hundert Fans Rapperswil mit dem Schiff erreichten. Mit dem Zug fuhren sie weiter nach Schmerikon, auch dort flogen Böller.

Saftige Busse für den FC Aarau

Saftige Busse für den FC Aarau

Weil FCA-Fans im Stadion Pyros anzündeten, muss der FC Aarau dafür mit 8000 Franken tief in die Tasche greifen.

Eine halbe Stunde vor Spielbeginn warfen Aarauer Fans aus dem Pulk heraus einen Böller auf zwei Polizisten. Beide erlitten ein Hörtrauma, einer der Polizisten zudem eine faustgrosse Brandverletzung am Rücken. Die Kantonspolizei erstattete Anzeige gegen unbekannt – am Donnerstag hiess es vonseiten der Medienstelle, es sei noch kein Täter gefunden worden.

FC Aarau im Thurgau: Vermummte Hooligans verängstigen Zugreisende

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Auch im Stadion hatten die FCA-Fans Pyros gezündet. Wie der Mediensprecher der Swiss Football League (SFL) auf Anfrage der AZ sagte, sei dafür gegen den FC Aarau eine Busse von 8000 Franken verhängt worden. Für Vorfälle ausserhalb des Stadions hat die SFL keine Sanktionskompetenz.

Durch die Ereignisse in Rapperswil-Jona war auch die Aargauer Politik aufgeschreckt worden. In einer Interpellation stellen Dieter Egli (SP, Präsident des Verbandes der Aargauer Kantonspolizisten) und weitere Grossrätinnen und Grossräte aus sechs Fraktionen Fragen an die Regierung. Zum Beispiel, ob aus ihrer Sicht die Möglichkeiten des Polizeigesetzes genügten, um gegen Fangewalt vor Fussballstadien und auf dem Weg zu oder von Fussballspielen wirksam vorzugehen.

Es sei kaum nachvollziehbar, dass solche Aktionen einzelner gewaltbereiter Chaoten innerhalb der Fanclubs nicht sanktioniert werden. Und: Es könne nicht sein, dass einzelne gewaltbereite Fans eine ganze Szene in Verruf bringen – und von den Fanclubs nicht zurückgebunden werden können. Die Antwort des Regierungsrates steht noch aus.