Arbeitslose Spieler

Prominente Fans kritisieren FC Aarau wegen Arbeitslosen-Affäre

Die Arbeitslosenkasse finanziert Spieler des FC Aarau mit. FCA-Fan Regierungsrat Urs Hofmann kritisiert das Vorgehen und lässt einen Bericht erstellen. Auch SVP-Nationalrat Maximilian Reimann will Antworten. Er wird gar beim Bundesrat vorstellig.

Sportlich läuft beim FC Aarau derzeit der Ball rund: Der Challenge-League-Klub überwintert auf dem ersten Platz und hat so gute Chancen, im Frühling wieder in die höchste Spielklasse aufzusteigen. Politisch gerät der Ball aber immer mehr ins Holpern: Vor Wochenfrist machte der «SonntagsBlick» publik, dass der Tabellenführer mithilfe der Arbeitslosenkasse teure Spieler mitfinanziert. Der Klub stellt Fussballer nur Teilzeit an und lässt das restliche Gehalt durch die Versicherung bezahlen. Heute enthüllte das Sonntagsblatt nun, um welche Spieler es sich handelt: Es sind Topskorer Davide Callà und Mittelfeldspieler David Marazzi (wir berichteten).

Prominente FC-Aarau-Fans wundern sich nun gegenüber der «Aargauer Zeitung» über das Vorgehen des Klubs. Zu diesen gehört SP-Regierungsrat Urs Hofmann: «Ich bin sehr überrascht, dass es möglich ist, mit der Arbeitslosenkasse den Lohn eines Spielers mitzufinanzieren.» Er sei bisher immer davon ausgegangen, dass Profifussballer auch in der Challenge League zu 100 Prozent arbeiten und nicht nur Teilzeit. Um die rechtliche Situation abzuklären, hat Hofmann, der als Volkswirtschaftsdirektor auch den Regionalen Arbeitsvermittlungszentralen (RAV) vorsteht, einen internen Bericht angefordert.

Callà muss auf Jobabsagen hoffen

Ebenfalls mehr Antworten verlangt der Aargauer SVP-Nationalrat Maximilian Reimann. Im Parlament hat er eine Interpellation eingereicht. Reimann will vom Bundesrat wissen, ob es die Landesregierung für rechtens hält, dass Spitzensportler von der Arbeitslosenversicherung quersubventioniert werden. Der FC-Aarau-Fan bezeichnet das Vorgehen des Klubs als «Missbrauch der Arbeitslosenkasse». Im Klartext: «Der Verein darf nicht auf dem Buckel der Arbeitslosenversicherung aufsteigen.» Er sehe dies anders als FC-Aarau-Präsident Alfred Schmid, der keine Einwände gegen den Teilzeit-Trick hat: «Ich bin der Meinung, dass auch ein Fussballer das Recht hat zu stempeln», sagte Schmid dem «SonntagsBlick».

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