Aarau

Projekt Tellistrasse verzögert sich erneut: Anwohner müssen weiter auf die Umgestaltung warten

Die Umgestaltung der Tellistrasse beginnt frühestens 2022.

Die Umgestaltung der Tellistrasse beginnt frühestens 2022.

Der Aarauer Stadtrat lässt vor dem Umbau das Betriebs- und Gestaltungskonzept nochmals überarbeiten. Aus der Durchgangsstrasse soll in Zukunft eine Quartiersammelstrasse werden, vielleicht sogar mit Tempo-30-Zone.

Vor knapp 30 Jahren wurde den Einwohnern der Aarauer Telli etwas versprochen: Wenn die Ostumfahrung mit Sauerländertunnel und der neue Staffeleggzubringer realisiert sind, dann wird die Tellistrasse – die Hauptschlagader des Quartiers – von einer Durchgangsstrasse zur Quartiersammelstrasse heruntergestuft und entsprechend umgestaltet.

Man kann nun nicht direkt sagen, dass in dieser Sache überhaupt nichts gegangen ist. Aber bei der Stadt hatte das Projekt lange keine Priorität. Gegen erste Planungsschritte gab es Einsprachen. Mittlerweile ist immerhin der Erschliessungsplan rechtskräftig.

Am Dienstag gab der Stadtrat aber eine weitere Verzögerung bekannt. Er hat entschieden, das Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) aus dem Jahr 2006 überarbeiten zu lassen. Man will mit diesem Schritt «den Anforderungen der Velostadt Aarau gerecht werden» und die Voraussetzungen für eine bessere ÖV-Anbindung (Taktverdichtung der Busse tagsüber) schaffen.

Vizestadtpräsident Werner Schib erklärt: Simulationen – unter Einbezug der Busbetrieb Aarau AG und des Kantons – hätten mittlerweile gezeigt, dass das BGK nicht auf das angepeilte Verkehrsaufkommen von durchschnittlich 15'000 Fahrzeugen pro Tag ausgelegt sei. Es handelt sich hierbei aber um eine behördenverbindliche Plafonierung. Zur Einordnung: Nach der Eröffnung des Staffeleggzubringers war der Wert von 18'000 auf 15'000 heruntergekommen. Die aktuellsten Zählungen deuten laut Werner Schib nun aber darauf hin, dass sich die Verkehrsbelastung wieder 18'000 Fahrzeugen pro Tag nähert.

Das neue Betriebs- und Gestaltungskonzept soll die Anforderungen an einen urbanen Raum besser erfüllen als das alte. Die Velowege seien damals nicht durchgehend sowie aus heutiger Sicht zu wenig breit geplant worden, führt Schib als Beispiel an. Und: Das BGK ist auf Tempo 50 ausgelegt, weil 2006 Tempo 30 noch kein Thema gewesen war. Jetzt allerdings schon: «Zur Erhöhung des Durchfahrtswiderstands und zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität stellt Tempo 30 auf der Tellistrasse aus Sicht der Stadt eine explizit geprüfte Option dar», sagt Werner Schib. Falls hier künftig tatsächlich nur noch 30 gefahren werden darf, muss die Strasse entsprechend gestaltet sein, sonst wird die Tempovorgabe ungenügend eingehalten.

Der Tiefbau-Ressortvorsteher rechnet damit, dass das neue BGK in einem Jahr vorliegt. Danach folgt die Ausführungsplanung. «Im besten Fall», so Schib, könne gegen Ende 2022 mit dem Bau begonnen werden. Etwa 2026 wäre die Strasse dann fertig.

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