Projekt
Eine steinerne Echse für mehr Biodiversität: Markus Dieth lobt Aarauer Kantischüler für ihr Engagement

Nach ihrer Fertigstellung soll die 15 Meter lange Echse aus Kalkstein im Park der Alten Kanti Aarau Tieren Platz bieten. Dafür sorgen wollen 180 Schülerinnen und Schüler zusammen mit dem Naturama und dem Fachverband der aargauischen Kies- und Betonbranche.

Larissa Gassmann
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Sie feiern die Leistung der Schüler: Pascal Müller, Johanna Häckermann, Markus Dieth und Andreas Röthlisberger (v.l.).

Sie feiern die Leistung der Schüler: Pascal Müller, Johanna Häckermann, Markus Dieth und Andreas Röthlisberger (v.l.).

Larissa Gassmann

«Ein Steinhaufen mitten in Aarau – solch eine Schlagzeile würde normalerweise zu Irritationen führen», sagt Johanna Häckermann vom Naturama Aargau. Vor besagtem Haufen im Park der Alten Kanti steht sie denn auch – und dass dieser ungewöhnlicher Natur ist, wird schnell klar. Wer näher hinsieht, der entdeckt verschiedenste Strukturen, eckige und runde Steine, kleine Hohlräume und an gewissen Stellen sogar schon die Umrisse einer Echse.

Umfassen soll das Tier aus Kalkstein dereinst 15 Meter, erstellt wird es durch mehrere Klassen der Alten Kanti Aarau. In Anlehnung an die Echsen neben der Lenzburger Kiesgrube wird es mitten in der Stadt Lebensraum für Eidechsen, Insekten und Amphibien bieten. Dieses Engagement zu würdigen weiss Regierungsrat Markus Dieth bei seinem Besuch. «Wir müssen heute daran arbeiten, dass wir in Zukunft gute Lebensbedingungen für Mensch und Tier haben», sagt er. So ermutigt er die Jugendlichen, Vorbilder zu sein, den Gedanken des Projekts in die Welt zu tragen, «mit Gspändli und daheim darüber zu reden».

Projektleiter Beat Haller vom Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie, der zusammen mit Künstlerin Eva Furrer die Schüler unterstützt, lobt derweil die Arbeit seiner 180 Schütz­linge. So gehe es um mehr als nur ein simples Aufeinanderstapeln. Es brauche Fachkenntnisse, damit alles gut sitzt und hält. Und obwohl die Anwesenden schneeweisse Turnschuhe und helle Jeans tragen, weisen die dreckigen Handschuhe auf eine rege Arbeitstätigkeit hin. «Ich habe extrem Freude daran, wie motiviert die Schüler arbeiten», sagt Haller.

«Ihr werdet euch später immer daran erinnern»

Für einen weiteren Motivationsschub sorgt Dieth. «Ihr werdet euch später immer daran erinnern, dass ihr hier etwas bleibendes erschaffen habt», sagt er zu den Anwesenden. So habe er selbst als Jugendlicher in einer Gärtnerei ausgeholfen. Noch heute erzähle er seinen Kindern beim Vorbeifahren von einem Weiher, bei dessen Gestaltung er mithelfen durfte. «So wird es auch euch ergehen», sagt er.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt dank einer Zusammenarbeit zwischen Naturama und dem Verband der Kies- und Betonproduzenten Aargau (VKB), welcher das Ganze finanziert. Wie Präsident Pascal Müller betont, sei es dem Verein ein Anliegen, darauf aufmerksam machen, dass sich in den Kiesgruben einiges in Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit und Biodiversität tut. So hätten die Mitglieder etwa eine entsprechende Nachhaltigkeits-Charta unterschrieben.

Gerade Steinhaufen seien ein wichtiges Element, um dem Artenschwund entgegenzuwirken, sagt auch Häckermann: «Um der Natur mehr Raum zu bieten, ist es von Bedeutung, die Flächen in den Städten aufzuwerten.» Ein paar Quadratmeter würden dabei schon ausreichen: «Gleichzeitig wollen wir zeigen, dass man Biodiversitätsförderung mit einem schönen gestalterischen Element verbinden kann.»

Beat Haller, Leiter Natur und Boden beim Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie, leitet die Schülerinnen und Schüler an.

Beat Haller, Leiter Natur und Boden beim Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie, leitet die Schülerinnen und Schüler an.

Larissa Gassmann

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