Standortwechel

Pro Specie Rara macht sich rar in Aarau

Die Tage im Haus am bisherigen Hauptsitz in Aarau sind gezählt... HHS

Die Tage im Haus am bisherigen Hauptsitz in Aarau sind gezählt... HHS

Im nächsten Dezember verlegt die Stiftung Pro Specie Rara ihren Hauptsitz von Aarau nach Basel. Bereits in einer Woche werden am künftigen Hauptsitz die Versuchsgärten von Pro Specie Rara eröffnet.

Noch liegt der Hauptsitz von Pro Specie Rara in Aarau, mitten in einem Wohnquartier am Pfrundweg 14. Dort befindet er sich allerdings nur noch für wenige Monate: Im Dezember 2012 wird gezügelt.

Die schweizerische Stiftung für die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren verlegt ihren Hauptsitz in die Merian-Gärten in Brüglingen bei Basel – nahe beim Stadion St. Jakob. Die rund 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beziehen im Botanischen Garten Brüglingen neue Räume in alten Häusern. Die Gebäude werden zur Zeit umgebaut.

Ein Schaugarten fehlt

Grund für den Umzug ist der fehlende Platz: Im Mehrfamilienhaus im Aarauer Schachenquartier wurde es zu eng. Es mussten nicht nur ständig Büros für die wachsende Mitarbeiterzahl hinzu gemietet werden. Es fehlte vor allem auch der Platz für einen Schaugarten. Über einen solchen verfügen aber sogar die beiden Zweigstellen in Genf und im Tessin. Geschäftsführer Béla Bartha sagt: «Ich suchte schon lange einen Ort, wo man Pflanzen, Tiere und Administration von Pro Specie Rara gleichzeitig besuchen kann.» Er suchte besonders einen Ort, wo bereits ein Garten vorhanden war. Die Merian-Gärten erwiesen sich als ideal.

Dabei dürfte es kaum ein Zufall sein, dass Bartha nicht nur Baseldeutsch spricht, sondern seit zwölf Jahren auch den fachtechnischen Ausschuss der Merian-Gärten präsidiert. Nicht zuletzt profitiert die Stiftung im Botanischen Garten von günstigen Mietbedingungen – zunächst mit einem Vertrag, der sich auf 20 Jahre erstreckt. Bartha sagt trotz allem: «Wir verlassen den Aargau mit einem weinenden Auge.» Die Zusammenarbeit mit den Behörden im Aargau sei sehr gut gewesen. Im Gespräch für den neuen Hauptsitz sei ausserdem Wildegg mit seinem grossen Schaugarten beim Schloss gewesen.

Brutzentrum ist vorgesehen

Der Kanton Aargau, in dessen Besitz sich das Schloss seit kurzem befindet, hätte aber kurzfristig keine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen können. «Wir hätten wohl zehn Jahre warten müssen.» Bereits heute in einer Woche werden nun am künftigen Hauptsitz bei Basel die Versuchsgärten von Pro Specie Rara eröffnet. «Rechtzeitig zum Beginn der Vegetationsperiode», sagt Bettina Hamel, Geschäftsführerin der Merian-Gärten.

Dann weiden auch Bündner Oberländer Schafe auf der Wiese und Appenzeller Barthühner oder Schweizerhühner staksen mit ihren Küken durch den Garten. Am neuen Hauptsitz ist nämlich auch ein Brutzentrum vorgesehen. Hamel freut sich auf die Zusammenarbeit mit Pro Specie Rara. «Die Stiftung ergänzt mit ihren speziellen Sorten unsere Landschafts- und Schulgärten.»

Béla Bartha wiederum will den Gebrauch und Nutzen dieser Sorten ins Zentrum stellen. Die Mitarbeiter von Pro Specie Rara testen, welche Pflanzen sich besonders gut eignen und empfehlen diese dann für den Anbau in Privatgärten.

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