Aarau
«Predators» wurden erst im Turnier zu Raubtieren

Der EHC Aarau spielte im Mini-Novizen-Turnier stark und gewann, Die Attraktion waren die US-Boys aus Piedmont/Virginia

Christoph Bopp
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Konzentrierte Predators bei der Abwehrarbeit.

Konzentrierte Predators bei der Abwehrarbeit.

Christian Kohli

Zwei Dinge waren aussergewöhnlich am Mini-Turnier 2013: Dass mit den Piedmont Predators eine Mannschaft aus den USA teilnahm und dass der Nachwuchs des EHC Aarau das Turnier dominierte.

Leider konnte VEU Feldkirch, sonst ein traditioneller Gast auf der Keba, dieses Jahr nicht teilnehmen, weil die Meisterschaft in Österreich noch läuft. Und auch der SC Bern musste aus diesem Grund für dieses Jahr absagen. Aber der Modus mit sieben Mannschaften sorgte dennoch für Spannung. Lange blieb offen, wer gegen den EHC Aarau den Final bestreiten würde. Gespielt wurden jeweils zweimal 15 Minuten netto, in beiden Halbzeiten gab es je zwei Punkte zu gewinnen.

In der Vorrunde hatten die Aarauer den EHC Bülach noch deutlich mit 5:0 und 3:1 abgefertigt. Im Final wehrten sich die Zürcher aber engagierter. Es gab sogar ein paar emotionale Rencontres, aber dann beruhigten sich die Gemüter wieder.

Und schliesslich gewannen die Aarauer auch das Finalspiel mit 4:1. Bülach hatte ein paar sehr gute Hockeyspieler, die auch körperlich den anderen voraus waren; die Aarauer hatten eine ausgeglichenere Mannschaft und spielten entsprechend kompakter. Sie hatten in Michelle Käppeli auch eine starke «Torfrau», die gegen Lyss mit einer Penaltyabwehr glänzte.

Das Turnier begann bereits am Freitagabend. Und da wurden schon die Weichen gestellt. Die Piedmont Predators begannen ungewohnt verhalten und wurden vom EHC Aarau regelrecht überfahren (7:0 und 4:0).

Diese Punkte sollten den Amerikanern am Schluss fehlen. Dafür lieferte die Mannschaft, die unter EHC Baden-Wettingen firmierte, dem späteren Finalisten EHC Bülach einen feinen Kampf und zwackte ihm zwei Punkte ab. Die fortgeschrittenen Spieler der «Argovia Stars» spielen unter dem Namen EHC Aarau. Die beiden Vereine arbeiten aber vollständig zusammen und organisierten auch das Turnier miteinander.

Am Samstag fingen sich die Predators und legten zu: Jetzt sah man nordamerikanischen Körpereinsatz und Tempo. Im letzten Gruppenspiel hätten es US-Boys noch auf dem Stock gehabt, das Finale zu schaffen. Aber Bülach war stärker.

«Eine Super-Erfahrung» sei das für seine Boys, sagte Predators-Coach Christian Borner. «Du kannst ruhig Deutsch reden», sagt er dann nicht ganz ohne Akzent.

Der frühere Servette-Spieler ist vor Jahren ausgewandert und arbeitet jetzt als Nachwuchstrainer in Piedmont/Virginia, einer kleinen Stadt, ungefähr 50 Kilometer von Washington D.C. entfernt.

Acht Nachwuchsteams haben die Piedmont Predators, gekommen sind sie mit ihrem zweitbesten. Geniessen wollen den Trip nicht nur die jungen Eishockey-Cracks. Die begeisterten Eltern freuen sich auch aufs Skifahren in Zermatt und die Fahrt mit dem Glacier-Express und was die Schweiz sonst noch zu bieten hat. Borner wusste es den Amerikanern auf jeden Fall überzeugend zu verkaufen.

Final: EHC Aarau - EHC Bülach 4:1.

Rangliste: 1. EHC Aarau 24 Punkte. 2. EHC Bülach 16. 3. Piedmont Predators (USA) 12. 4. GDT Bellinzona 11. 5. SC Lyss 10. 6. EHC Wettingen-Baden 10. 7. EHC SenSee 1.