Aarau soll einen Sicherheits-Chef und einen Profi-Feuerwehrkommandanten erhalten. Das ist das Ergebnis einer Analyse, bei welcher eine Projektsteuerung verschiedene Optimierungen für die Abteilungen Feuerwehr, Stadtpolizei und Zivilschutz geprüft hat. Der Stadtrat wird voraussichtlich im Januar über die neue Organisationsstruktur entscheiden, danach soll das entsprechende Personal rekrutiert werden.

Im Kanton umgeschaut

Erstens braucht es einen neuen Kommandanten für die Feuerwehr Aarau (rund 120 Personen). Nach dem Abgang von Michael Gautschi hatte man bewusst eine Interimslösung installiert. Künftig setzt man nicht mehr auf Milizler, sondern auf einen Vollprofi. «Wir haben – auch in Gesprächen mit anderen aargauischen Gemeinden – verschiedene Möglichkeiten geprüft», sagt die zuständige Stadträtin Suzanne Marclay-Merz. «Etwa die Beibehaltung des Milizkommandos oder ein Stabskommando. Ein professionelles Kommando mit einem Vollzeitkommandanten erscheint uns als die beste Lösung. Damit sind eine hohe Verfügbarkeit und kurze Entscheidungswege gewährleistet.»

Die Rekrutierung soll nach Möglichkeit noch vor Jahresende starten. Bis zur Neubesetzung werde Interimskommandant Thomas Kuhn im Amt bleiben, ebenso die beiden Vizes Daniel Laube (bis Ende 2018) und Martin Tschanz. Thomas Kuhn, Berufsschullehrer, hatte gegenüber der AZ bereits früher angedeutet, er stehe eher nicht für ein Vollzeitamt zur Verfügung.

Drei Abteilungen, ein Chef

Wer auch immer neuer Feuerwehrkommandant wird: Er ist einem – ebenfalls neuen – Leiter Abteilung Sicherheit unterstellt. Ein Super-Sicherheitschef. Dieser wird künftig Oberhaupt der Sparten Feuerwehr, Zivilschutz und Stadtpolizei sein. Die drei Abteilungen, die bisher alle eigenständig arbeiteten, erhalten auch eine gemeinsame Administration.
Man wolle so Synergien nutzen und den Informationsfluss vereinfachen, erklärt Suzanne Marclay-Merz. «Ziel wäre, diese organisatorische Änderung kostenneutral umzusetzen.»

Die Stadtpolizei Aarau (rund 45 Mitarbeitende) ist nicht nur für die Kantonshauptstadt zuständig, sondern auch für die Gemeinden Biberstein, Küttigen, Erlinsbach Ober- und Unterentfelden sowie Hirschthal. Möglich, dass sich dieses Einzugsgebiet noch erweitert. Etwa durch eine Fusion im «Zukunftsraum Aarau». Oder, falls die Repol Suret (nach dem Austritt von Rupperswil und Hunzenschwil verbleiben noch Buchs, Suhr und Gränichen) aufgelöst würde. Beide Szenarien, so lässt Suzanne Marclay-Merz durchblicken, seien denkbar.

Die Zivilschutzorganisation (ZSO) Aare Region umfasst die Gemeinden Aarau, Biberstein, Buchs, Erlinsbach AG und SO, Küttigen, Oberentfelden, Suhr und Unterentfelden. Mit rund 460 Zivilschützern ist sie eine der grössten im Kanton; fest angestellt sind drei Personen.

Ringier oder Stirnemann?

Wer wird dieser neue Super-Sicherheitschef? Ein bislang auf dem Platz Aarau unbekanntes Gesicht? Oder einer der bisherigen Leiter? Derzeitiger Chef der Stadtpolizei ist Daniel Ringier (fast 59). Er hat seinen Posten schon seit Herbst 2001 inne, zuvor war er über 20 Jahre bei der Kantonspolizei Aargau tätig. Ein Mann mit extrem viel Erfahrung also. Aber auch in einem Alter, in dem andere bereits über den wohlverdienten Ruhestand nachdenken.

Oder hat Marco Stirnemann (46) Lust auf den Job? Er kommt ursprünglich aus der Reisebranche, war zwölf Jahre Chef der ZSO Suret und fungiert seit der Fusion der ZSO Aare, Entfelden und Suret zur «ZSO Aare Region» (rund 460 Zivilschützer) per 2013 als deren Kommandant. Stirnemann war im Militär Offizier der Mechanisierten und Leichten Truppen und «stolzer Pänzeler», wie die AZ bei seinem Amtsantritt schrieb.

Wer auch immer es wird – spätestens nächsten Sommer soll der neue Chef Sicherheit im Amt sein.