Im Stadion Esp in Baden liefen am Samstagnachmittag der FC Baden und Neuchâtel Xamax auf. Unter den angereisten Fans der Gastmannschaft waren auch mehrere Dutzend Personen, die sich vor dem Stadion vermummten.

«Ohne Vorwarnung stürmten solche dann einen Nebeneingang und entgingen so der obligaten Personenkontrolle», teilt die Kantonspolizei Aargau mit. Während des Spiels brannten dann vorwiegend Xamax-Anhänger im grossen Stil pyrotechnische Fackeln ab.

Damit nicht genug: Beim Verlassen des Stadions verhielten sich zahlreiche Gästefans sehr aggressiv und griffen die Polizei gezielt an.

Die Kantonspolizei sei von Beginn weg mit einem Ordnungsdienstelement im Einsatz gewesen, heisst es im Communiqué. Sie habe dann noch Verstärkung von Patrouillen mehrerer Regionalpolizeien erhalten.

Die Polizei musste Gummischrot und Pfefferspray einsetzen. Dadurch konnte sie die Lage unter Kontrolle bringen.

Zudem suchten Anhänger der Heimmannschaft die Konfrontation mit den Xamax-Fans. Dies hätte die Polizei ebenfalls gewusst zu verhindern, heisst es. Die Fangruppen zogen ab.

Ein Kantonspolizist wurde von einem Fan mit einer Fahnenstange angegriffen und im Gesicht verletzt. Die Schnittwunde musste im Spital genäht werden. Von einem Faustschlag ins Gesicht getroffen musste ein zweiter Kantonspolizist ebenfalls im Spital behandelt werden.

Beide konnten das Spital noch am Abend wieder verlassen. Die Ermittlungen nach den noch unbekannten Tätern sind im Gange.

Probleme auch in Aarau

Das Spiel FC Aarau gegen den Grasshopper Club Zürich wurde um 19.45 Uhr auf dem Brügglifeld angepfiffen. Im Hinblick auf mögliche Zwischenfälle hatte die Kantonspolizei Aargau - unterstützt von der Stadtpolizei Aarau - vorsorglich eine grössere Anzahl Einsatzkräfte aufgeboten.

Diese kamen dann vor allem nach Spielende zum Einsatz, als GC-Fans die Polizisten mit Flaschen und Steinen bewarfen. Die Polizei setzte Gummischrot ein.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof kam es zu weiteren Scharmützeln.

Der Extrazug mit den angereisten Fans verliess Aarau kurz nach 22.30 Uhr, worauf sich die Lage normalisierte.

Die Kantonspolizei verzeigte vier Fussballfans wegen Sachbeschädigung und Widerhandlung gegen das Vermummungsverbot. Es handelt sich um Schweizer im Alter zwischen 17 und 22 Jahren.